workshop dezember 2011

Die Teilnehmer des UNICEF-Workshops im Dezember 2011. Foto: UNICEF

Junior-Reporterin Kim Ly berichtet über ihre Eindrücke vom UNICEF-Workshop:

Coca Cola-Truck? – Out. Bald düst Santa Claus mit dem blauen UNICEF-Mobil quer durch Deutschland...

... zumindest, wenn es nach den Teilnehmern des UNICEF-Workshops „Kinder und Jugendliche engagieren sich für UNICEF“ geht. Diese haben sich zwei Wochen vor Weihnachten die Zeit genommen, Ideen zur zukünftigen Mitgestaltung der Organisation zu sammeln und bei Lebkuchengebäck und Chai-Tee Vorschläge gemacht und Fragen gestellt.

Wie sieht UNICEF im Jahr 2014 aus?

Schön war‘s schon, den vollen Esstisch zu mustern, auf dem die Spekulatius-betrohnten Tabletts und Saftflaschen nur wenig vom strahlenden Blau der UNICEF-Tischdecke freigaben. Eins stand fest: Die Teilnehmer im Alter zwischen zehn und 19 Jahren würden so schnell nicht verhungern, wurde mit Liebe zum Detail zusätzlich ein kleiner Schokonikolaus neben einer UNICEF-Mappe und einem UNICEF-Teddyanhänger platziert. Nach zahlreichen Spielen und dem Austausch über das bisherige Engagement ging es routinemäßig in die Arbeitsphase über. In vier Gruppen tüftelten und brüteten jeweils drei bis fünf Personen über die Zukunft des Kinderhilfswerks im Jahre 2014. Die Ideen wurden mit Bleistift und Edding auf einem Plakat festgehalten.

„In Hauptschulen sollen sich deutsche und türkische Kinder gegenseitig in ihre Clique integrieren“, forderte eine Gruppe. „Rassismus gilt allgemein zwar als extrem und schlimm, taucht jedoch in fast jeder Schule auf.“ So würden Jugendliche mit türkischem Ursprung nur ungern einen Deutschen in ihre Gruppe aufnehmen und deutsche Jugendliche wiederum ihre Freizeit bevorzugt mit anderen Deutschen verbringen.

Einer anderen Gruppe war die Weitergabe von Erfahrung wichtig. „Nicht nur die Erwachsenen bei UNICEF haben eine Vorbildfunktion. Auch engagierte Kinder und Jugendliche sollen auf Gleichaltrige zugehen und ihnen von ihren Projekten berichten. Sicherlich motiviert es die Leute zur Mitarbeit, wenn sie hören, dass man mit seinem Projekt auch beachtet wird und schon Einiges erreicht hat.

Der Traum vom UNICEF-Infomobil

Es wurde unter den Gruppen heftig diskutiert und selbst der Traum vom UNICEF-Infomobil erschien gar nicht so abwegig. Erstmal müsse es jedoch feste Arbeitsgruppen für Kinder und Jugendliche in jeder Stadt geben. Leute, die sich engagieren wollen, aber nicht wissen wie, würden dort festen Anschluss finden und sich in regelmäßigen Treffen helfend einbringen können. „Das Infomobil könnte dann durch Deutschland fahren und in großen Städten anhalten, wo die Kinder- und Jugend-Gruppen Stände aufgebaut hätten.“ Auch die Ausweitung von diesen Infomobil-Tagen zu Jahresevents sei vorstellbar. Wieso Coca Cola mehr Kunden als Pepsi hat? „Die Marke Coca Cola macht viel mehr Werbung, als irgendein anderer Softdrink. Selbst Weihnachten fühlt sich ohne den Coca Cola-Truck nicht richtig an. Das UNICEF-Infomobil soll nicht nur informieren, es soll zu einem Wiedererkennungsmerkmal avancieren. Wenn wir erstmal etwas haben, das sich bei den Leuten ins Gedächtnis einbrennt, wird UNICEF viel mehr Aufmerksamkeit bekommen.“

Tag 1 des Workshops neigte sich nach langen Debatten dem Ende zu und die rauchenden Köpfe hoben sich erleichtert beim Ausblick, sich im Kegeln beweisen zu dürfen. Nach ein paar Flaschen Fassbrause und Bionade schleppten sich alle zufrieden zurück, um erschöpft in die Betten zu fallen.

Wie funktioniert eigentlich UNICEF?

Der nächste Tag startete mit einer Einführung in die Arbeitsweise von UNICEF. Was genau ist der Unterschied zwischen den Länderbüros und dem Europa-Büro und welche Rolle übernimmt Deutschland eigentlich? Wo liegt das UNICEF-Zentrum und was wird im Verwaltungsrat festgelegt? Alle saßen aufmerksam zwischen zahlreichen Flipcharts, die anschließend fleißig befüllt wurden. Erfolgreich.

„Wie wär’s mit einem Stipendium? Kinder und Jugendliche könnten ihre erfolgreichsten Projekte einreichen. Das von der Jury auserwählte Projekt würde dann ein Entwicklungsland besuchen können – und den UNICEF-Mitarbeitern bei der Arbeit über die Schulter gucken dürfen.“ Die Idee stieß auf große Begeisterung. Außerdem sei der Vorschlag gar nicht so schlecht, eine UNICEF-Jugendzeitschrift zu gründen. „Jugendliche sehen alles aus einer anderen Perspektive. Man sollte ihnen in Zukunft eine größere Chance geben, die Dinge aus ihrer Sicht zu erzählen.“                     

Der Workshop endete um Punkt 15.30 Uhr und er hat eines klar bewiesen: Der Satz „Wir sind die Zukunft“ ist nicht nur ein Standardspruch, der bei Aufrufaktionen rausposaunt wird. Er ist eine Tatsache.

Junior-Reporterin Kim Ly Lam
Kim Ly Lam

Junior-Reporterin Kim Ly Lam

Kim Ly ist 15 Jahre alt und wohnt in Köln. Dort besucht sie das Hansa-Gymnasium. Ihre Hobbys sind (Apnoe-) Tauchen, Freunde treffen, Gitarre spielen, Bilder zeichnen und Bücher lesen. Kim Ly verreist gern und mag es, fremde Orte kennenzulernen. Das younicef-Redaktionsteam freut sich sehr über den Beitrag von Kim!