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Panoramabild Umwelt

Was ist unsere Umwelt?

Alles, was uns umgibt, ist Umwelt: die Natur, aber auch die Menschen und die Art und Weise, wie wir zusammenleben. Meistens wird mit dem Begriff Umwelt aber nur unsere natürliche Umwelt gemeint, also der Boden, das Wasser, die Luft, die Pflanzen, die Tiere und die Naturvorräte der Erde wie Erdöl, Kohle und Erze.

Alles, was auf der Erde geschieht, hat auch Einfluss auf uns. Und was irgendwo auf der Welt passiert, betrifft auch uns. Die Umwelt kennt keine Ländergrenzen. Um zu überleben sind wir alle aufeinander angewiesen. Und was irgendwo auf der Welt passiert, betrifft auch uns.

Eine gesunde und lebenswerte Umwelt ist eine notwendige Voraussetzung für unser Wohlergehen. Allerdings ist es unmöglich zu leben, ohne die Umwelt zu belasten. Schon wenn wir atmen, produzieren wir beim Ausatmen Kohlendioxyd (CO2). Das ist das Gas, das am stärksten für die Luftverschmutzung verantwortlich ist. Mit allem, was wir Menschen tun, belasten wir unsere natürliche Umwelt. Auch die Natur selbst benötigt Rohstoffe, sie verbraucht ihre Vorräte und produziert Schadstoffe.

Die Umwelt kann solche Belastungen durchaus verkraften, jedoch nur bis zu einem bestimmten Ausmaß. Allein durch unsere Atmung können wir Menschen die Umwelt nicht gefährden. Wir gefährden die Erde aber durch unseren Verbrauch von Heizöl, Gas, Strom und Wasser, durch Autofahren und Fliegen, durch unseren Konsum, den Müll, den wir hinterlassen und vieles andere mehr. Die Frage ist, wo für die Erde die Grenzen der Belastbarkeit liegen. Der Natur nur das zu entnehmen, was wieder nachwachsen kann, wird mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ bezeichnet.

 

Kinder brauchen eine gesunde Umwelt

Kinder brauchen für ihre Entwicklung sauberes Wasser, gesunde und ausreichende Ernährung und saubere Luft. Kinder sind besonders anfällig für Umweltbelastungen. Da ihre Körper noch nicht ausgewachsen sind, reichen schon geringere Schadstoffbelastungen, um gesundheitliche Schäden herbeizuführen. Auch mit Schadstoffen belastete Lebensmittel schädigen den kindlichen Körper wesentlich stärker als den der Erwachsenen. Kinder, die in armen Ländern leben, sind von schlechten Umweltbedingungen besonders betroffen.

Alle Kinder haben das Recht auf Leben. In der Kinderrechtskonvention verpflichten sich die Vertragsstaaten „das Überleben und die Entwicklung des Kindes in größtmöglichem Umfang zu gewährleisten (Art. 6)“. Dazu gehört auch das Recht auf „die Bereitstellung ausreichender vollwertiger Nahrungsmittel und sauberen Trinkwassers, wobei die Gefahren und Risiken der Umweltverschmutzung zu berücksichtigen sind.“ (Kinderrechtskonvention Art. 24)

 

Saubere Luft

Besonders gefährlich für die Umwelt ist die Verbrennung von Erdöl, Kohle und Gas, der sogenannten fossilen Brennstoffe. Die Verbrennung findet in Kraftwerken, Fahrzeugen und Flugzeugen statt. Sie lässt große Mengen von Kohlendioxyd, CO2 und anderen Schadstoffen entstehen. Alle Gase verschmutzen unsere Luft. Vor allem über den Städten entsteht durch die Verbindung dieser Gase mit der Sonnenstrahlung der sogenannte Smog. Der Smog ist eine Gefahr für unsere Lunge. Atemwegserkrankungen und Allergien nehmen zu. Die Schadstoffe fließen auch in Gewässer und Flüsse und schaden damit Pflanzen und Tieren. Das Wachstum der Bäume wird behindert, ihre Blätter verbrannt.

Besonders schlecht ist die Luft in der Nähe industrieller Anlagen, bei Müllhalden und in schlechten Wohnlagen und Slums. Schlechte Belüftung des Wohnraums, offene Feuerstellen oder Öfen ohne Abzug verursachen Atemwegserkrankungen durch Qualm und Rauch.

 

Sauberes Wasser

Ohne Wasser können wir nicht leben. Zwei Drittel der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt, doch nur drei Prozent davon sind trinkbares Süßwasser. Und von den Süßwasservorräten ist nur ein Prozent für den Menschen erreichbar. Die Weltbevölkerung wächst ständig, damit steigt auch der Bedarf an sauberem Trinkwasser. Schätzungen zufolge werden zwei Drittel der Weltbevölkerung 2025 unter Wasserknappheit leiden. Die Umweltverschmutzung verschärft die Wasserknappheit. Wenn ständig giftige Chemikalien in den Abfluss gespült werden, wird es immer schwieriger, Trinkwasser zu produzieren. Abgase verschmutzen das Regenwasser. Die Wasserverschmutz¬ung durch Industrie und Landwirtschaft gefährdet Tiere und ihre Lebensräume. Kunstdünger und Unkrautvernichtungsmittel im Wasser vergiften auch die Fische und Tiere, die der Mensch isst.

 

Nahrung für alle

Bei uns und in anderen reichen Ländern gibt es zu jeder Jahreszeit alles. In jedem Supermarkt können wir Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch aus aller Herren Länder kaufen, Kiwis aus Neuseeland, Erdbeeren aus Spanien, Orangen aus Brasilien, Rindfleisch aus Argentinien, Fisch aus dem Atlantik und vieles andere mehr. Viele Lebensmittel haben zu ihrer Fertigstellung bereits große Mengen an Energie und Wasser verbraucht und problematische Abfälle hinterlassen.

Für das Haltbarmachen der Lebensmittel und den Transport bis zu uns mit Flugzeug, Kühlschiffen und LKWs wird noch mal eine große Menge an Energie benötigt. Und die Verpackungen, mit denen sie hier ankommen und verkauft werden, lassen bei uns die Müllberge wachsen.

Bei der Produktion von Lebensmitteln geht es darum, Geld zu verdienen. Um viele Nahrungsmittel herzustellen, lassen Konzerne auf großen Flächen Pflanzen anbauen und/oder Tiere weiden. Damit die Pflanzen Schädlingen und Krankheiten widerstehen und möglichst viele Früchte tragen, werden sie mit chemiehaltigen Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt. Um Weideflächen für viele Tiere zu haben, werden Wälder, z.B. auch der Regenwald, gerodet. Lebensräume für Pflanzen und Tiere werden zerstört.

Die Lebensmittelherstellung und -versorgung trägt einen großen Anteil zur Umweltbelastung und -zerstörung in vielen Regionen der Erde bei. Je nach Herkunft und Menge verursachen sie für die Umwelt Probleme wie

  • Flächenverbrauch durch massenhaften Anbau
  • hoher Energieverbrauch
  • gesundheitsbelastende Schadstoffe in den Lebensmitteln
  • Belastung des Bodens und des Wassers in den Herkunftsländern durch Schadstoffe
  • Überfischung der Meere
  • Anwachsen des Mülls
  • Hungerlöhne für die Arbeiterinnen und Arbeiter

Weltweit wird so viel Nahrung hergestellt, dass alle Menschen satt werden könnten. Aber die Nahrung ist auf der Welt sehr unterschiedlich verteilt. Wir sind mit Nahrungsmitteln überversorgt, die Menschen in den armen Ländern bekommen zu wenig. Selbst die Bauern haben dort manchmal für sich selbst und ihre Kinder nicht genug zu essen. Die großen Lebensmittelhersteller zahlen schlechte Löhne und nehmen ihnen das Land. Den Bauern bleiben wenige schlechte Böden. Auch Naturkatastrophen wie anhaltende Trockenheit oder Überschwemmungen und Hurrikane sind Ursachen für Hungersnöte.

 

Lebensräume erhalten – Arten schützen

Die natürliche Vielfalt von Wäldern und Wiesen, von Bergen, Meeren und Gletschern zu schützen bedeutet nicht nur, die Schönheit der Natur zu bewahren. Es bedeutet, die Grundlagen unseres Überlebens zu sichern. Denn die unterschiedlichen Naturräume sind die Lebensräume für viele verschiedene Pflanzen und Tiere. Je mehr Arten und genetische Vielfalt es gibt, desto höher ist die Chance, dass die Anpassung an eine Klimaveränderung gelingt und dass wir Klimakatastrophen gut bewältigen. Die Vielfalt der Arten ist die Lebensversicherung der Natur.


Die Wissenschaft hat bisher 1,8 Millionen Arten entdeckt, allein in Deutschland sind es rund 48.000 Tierarten und 28.000 Pflanzenarten. Die Zahlen klingen beeindruckend, damit ist aber nur ein Bruchteil der Arten erfasst, die es gibt. Vermutlich gibt es weltweit mindestens 15 Millionen unterschiedliche Pflanzen und Tiere. Allerdings nimmt der Artenreichtum schneller ab als die Wissenschaft neue Arten entdecken kann. Weltweit sind nach Erkenntnissen der  Weltnaturschutzunion etwa 40% vom Aussterben bedroht. An jedem Tag sterben bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten aus. Eine Art hängt von der anderen ab. Stirbt die eine Art aus, kann das zum Verlust weiterer Arten führen. Selbst ein Unkraut wie die purpur blühende „nickende Distel“ ist wichtig, weil sie viele Tiere wie Ameisen, Schmetterlinge und sogar kleine Vögel mit Nahrung versorgt. Sie gehört zu den gefährdeten Pflanzen, weil sie auf betonierten Wegen keinen Platz mehr findet.

Für das Artensterben gibt es viele Gründe. Wenn Menschen aus anderen Ländern Pflanzen und Tiere mitbringen, können diese die heimischen Arten verdängen. Auch durch den Klimawandel können Arten aussterben, etwa weil weniger Niederschläge fallen oder weil es wärmer wird.

Die Hauptursache aber sind Zerstörungen der natürlichen Lebensräume durch Baumaßnahmen: Verkehrswege, Siedlungen, Industrie- und Gewerbegebiete und Abbau von Rohstoffen. Weltweit werden jedes Jahr 12 – 15 Millionen Hektar Wald abgeholzt und in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Das ist eine Fläche, die ein Drittel bis fast halb so groß wie Deutschland ist. Feuchtgebiete werden trockengelegt, Meere werden überfischt, und Industrie- und Verkehrsabgase verpesten die Luft in den Ballungsräumen. Besonders in den Entwicklungs- und Schwellenländern, das sind Länder, die schon weiter entwickelt sind wie z.B. China und Indien, ist die Bedrohung für die natürlichen Lebensräume stark angestiegen.

 

Klimawandel

Als Klima bezeichnet man den durchschnittlichen Wetterablauf vieler Jahre in einem bestimmten Gebiet. Die wesentlichen Klima-Elemente sind Temperatur, Niederschlag, Bewölkung, Sonnenstrahlung, Luftdruck und Windstärke.

Das Klima war schon immer über die Jahrtausende hinweg durch natürliche Schwankungen gekennzeichnet. Aus den langfristigen Beobachtungen des Klimas kann man Vorhersagen für seine zukünftige Entwicklung berechnen. Diese Berechnungen ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass es auf der Erde dauerhaft wärmer wird, dass es sich dabei nicht nur um eine natürliche Schwankung des Klimas handelt, sondern um einen echten Klimawandel.

Ein Klimawandel hätte für unser Leben gefährliche Folgen. Eine durchschnittliche Erwärmung der Erdoberfläche um nur ein bis zwei Grad würde katastrophale Auswirkungen haben: ein Anstieg der Meeresspiegel, durch den Menschen ihre Wohnorte verlieren würden, verstärkte Hitze- und Kälteperioden, Dürre, aber auch mehr Naturkatastrophen wie Starkregen, Überschwemmungen, Hurrikane und Taifune. Hauptziel der Klimaforschung ist deshalb herauszufinden, wie viel und welchen Einfluss der Mensch auf den Klimawandel hat und was dagegen getan werden kann. Für die Erwärmung sind in erster Linie die vom Menschen freigesetzten Treibhausgase verantwortlich. Viele Staaten sind um Maßnahmen zum Eindämmen der Treibhausgase bemüht. Auf sogenannten „Klimagipfeln“ versuchen die großen Industriestaaten eine gemeinsame Lösung zu finden. 2008 haben sie beschlossen, den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 um mindestens 50% zu verringern.

 

Verantwortung für die Umwelt übernehmen

Die Bereitschaft zum Umweltschutz ist bei den meisten Menschen vorhanden. Oft fehlen aber Sachkenntnis und die Bereitschaft, dafür selbst auf etwas zu verzichten. Große und spritfressende Autos sind z.B. immer noch sehr beliebt, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen dagegen nicht. Die wenigsten möchten auf die Umwelt belastende Urlaubsflüge, exotische Früchte und Fleisch zum Mittagessen verzichten. Fernsehen und Computer bleiben stets auf „stand by“. Dabei kann und muss jeder Einzelne Verantwortung für die Umwelt übernehmen und die Umwelt schützen.

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Überschrift "Videos"

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Unterzeile zum Video "your world, your voice, your future"

"Your World, Your Voice, Your Future!"

Englischsprachiges Video von UNICEF International über Kinderrechte und Klimawandel.

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