
sonderpreis
Kinderrechte in der Schule
Mit „Himmelsleitern“ und Rapmusik für Kinderrechte
Sonderpreis
Der zum ersten Mal von UNICEF vergebene Sonderpreis „Kinderrechte in der Schule“ geht an die Grundschule Süd in Landau (Rheinland-Pfalz). Die Schule hat im ersten Halbjahr 2007 eine Themenwoche durchgeführt, bei der sich die Schüler der Klassen 2 bis 4 auf unterschiedlichste Art und Weise mit den Kinderrechten auseinandersetzten. Anders als bei einer Projektwoche erfolgte dies direkt im Unterricht: In den Fächern Religion, Ethik, Sachunterricht und Deutsch wurden die Kinderrechte zum Thema.
Als Abschluss haben die Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse den Eltern bei einem gemeinsamen Frühstück vorgetragen. Außerdem erläuterten sie dem Oberbürgermeister die Bedeutung der Kinderrechte bei einer Stadtrats-Sitzung anhand von „Himmelsleitern“ und einem „Kinderrechte-Rap“.
Die Einzelheiten
Eingeleitet wurde die Themenwoche mit einem Sponsorenlauf der Schüler am Weltkindertag (20. September) in der Landauer Innenstadt. Kinder, die nicht teilnehmen konnten, unterstützten die Aktion mit selbst erstellten Plakaten zu den Kinderrechten. Insgesamt haben die Kinder eine Spende in Höhe von 1.520 Euro für UNICEF erlaufen.
Mit dem Thema Kinderrechte haben sich die Schüler intensiv im Unterricht auseinander gesetzt. Unter der Leitung von Eva Seiter arbeiteten die Schüler der Klasse 2 bis 4 in der Woche vom 24. bis 27. September 2007 täglich zwei Unterrichtsstunden an der künstlerischen Umsetzung sowie an der Dokumentation der Arbeit.
Gemeinsam mit dem Künstler Rüdiger Steiner aus Wiesbaden stellte eine Gruppe Bretter zu verschiedenen Kinderrechten her, um daraus „Himmelsleitern“ zu bauen. Denn die Kinderrechte sollen vom Himmel auf die Erde geholt werden, damit sie wahr werden.
In einer anderen Gruppe wurden Postkarten in Bügeltechnik produziert. Am PC haben Schüler Druckvorlagen mit verschiedenen Kinderrechten erstellt, die sie auf T-Shirts drucken ließen. Einen Bauwagen für Pausenspielgeräte bemalten sie mit dem Hinweis auf das Kinderrecht auf Spiel. Auf einer an die Wand projizierten Weltkarte wurden die Länder dokumentiert, in denen die Kinderrechte verletzt werden. Schüler der Rollenspiel-Gruppe griffen die Verletzung einzelner Kinderrechte auf und suchten nach Lösungen. Musikalisch setzten die Schüler das Thema in einem „Kinderrechte-Rap“ mit sechs verschiedenen Strophen und Refrain um. Die Dokumentationsgruppe führte Interviews, machte Fotos, veröffentlichte die Ergebnisse an einer Stellwand und trug sie zum Abschluss beim Elternfrühstück vor.
Die Begründung der Jury
Die Themenwoche der Grundschule Süd überzeugte die Jury davon, dass alle Kinder dieser Schule erfahren haben, welche Rechte Kinder haben und wie man sie umsetzt. Die Rechte der Kinder sind in dieser Schule keine abstrakten Formulierungen, sondern wurden von den Kindern auf sehr vielfältige Art und Weise praktisch erlebt. In Klassen übergreifenden Gruppen konnten sie ihre eigenen Gedanken zu den Kinderrechten in Eigenregie in vielfältigster Form darstellen und die Organisation der Themenwoche mitgestalten.
Die Grundschule Süd in Landau hat eine demokratische Schulkultur. So findet unter anderem in jeder Klasse wöchentlich ein fest terminierter Klassenrat statt, und zwei Abgeordnete einer Klasse treffen sich zweimal im Monat zu einer Abgeordnetenversammlung. Auf dieser Basis hat das Projekt „Kinderrechte“ in dieser Schule einen tieferen, nachhaltigen Sinn erhalten.













UNICEF