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Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Macht mit beim Red Hand Day am 12. Februar!

Baustein 1

Jedes Jahr am 12. Februar ist Red Hand Day. So wird der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten genannt. Der Red Hand Day soll alle Menschen weltweit daran erinnern, dass in einigen Ländern Kinder immer noch als Soldaten missbraucht werden.

Die rote Hand ist das Symbol des Jahrestages. Mit diesem Symbol könnt auch Ihr fordern, den Einsatz von Kindersoldaten zu beenden.
 

Bilderstrecke Kindersoldaten

In der Demokratischen Republik Kongo überfallen bewaffnete Gruppen immer wieder Dörfer, töten die Dorfbewohner und entführen Kinder, um sie als Soldaten einzusetzen.

Foto: UNICEF/LeMoyne

Der 11-jährige Buret (Name geändert) in Südsudan versteckt sein Gesicht hinter seinen Händen. Bis Anfang 2015 war er Kindersoldat. Seit seiner Freilassung kümmert sich UNICEF um ihn. Buret hat nun endlich einen Plan für seine Zukunft: "Ich möchte zur Schule gehen und lesen lernen", sagt er.

© UNICEF/NYHQ2015-0116/Porter

Kolumbien: Leidy Joana, 13, musste ein Jahr lang einer kolumbianischen Kampftruppe dienen – dann gelang es ihr zu fliehen. In einem Zentrum für ehemalige Kindersoldaten fand sie Hilfe. Tausende von Kindern und Jugendlichen teilen Leidys Schicksal.

Foto: UNICEF/DeCesare

Ishmael Beah aus Sierra Leone war zwölf Jahre alt, als Rebellen seine Familie ermordeten. Dann wurde er dazu gezwungen, als Kindersoldat zu kämpfen. Mit 16 Jahren kam er frei. Heute lebt er in New York und unterstützt als UNICEF-Botschafter die internationale Kampagne gegen den Missbrauch von Kindern im Krieg. Mehr

Foto: UNICEF/Asselin

Im Tschad gelang es in den letzten Jahren, größere Gruppen minderjähriger Soldaten aus ihren Einheiten zu befreien. Das Malen ist für viele ehemalige Kindersoldaten ein wichtiges Mittel, ihre Gefühle und Erlebnisse auszudrücken.

Foto: UNICEF/Asselin

Englischunterricht in einem Zentrum für ehemalige Kindersoldaten in Goma im Kongo. Die Jungen bekommen in dem von UNICEF unterstützten Zentrum einen Schlafplatz, zu essen und können an Freizeit- und Weiterbildungsangeboten teilnehmen. Nach drei Monaten kehren die meisten zu ihren Familien zurück.

Foto: UNICEF/Asselin

Südsudan: Grace wurde von der Ugandischen Lord Resistance Army aus ihrem Dorf entführt und musste zwei Jahre den Rebellentruppen dienen. Ugandische Regierungstruppen konnten sie befreien. Bei dem Befreiungskampf jedoch wurde sie schwer am Bein verletzt.

Foto: UNICEF/Farrow

In Somalia herrscht seit Jahrzehnten Bürgerkrieg. Diese drei Jungen sind nach heftigen Kämpfen im Juli 2011 aus den Reihen der Al Shabaab-Milizen geflohen. Das Foto entstand im Büro der Friedenstruppen der Afrikanischen Union in Mogadischu.

Foto: UNICEF/Holt


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Macht mit beim Red Hand Day!

Setzt ein Zeichen mit Eurer roten Hand am Red Hand Day!
LupeSetzt ein Zeichen am Red Hand Day!

Wenn Ihr ein Zeichen setzen wollt gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten, dann macht mit beim Red Hand Day! Macht mit roter Farbe einen Handabdruck auf einem Stück Stoff oder Papier. Setzt darunter Euren Namen und die Forderung "Stopp! Kein Einsatz von Kindern als Soldaten!" 

Handabdrücke überreichen und posten 

Erzählt auch in Eurem Freundeskreis, Eurer Familie und Eurer Schule von der Aktion. Versucht möglichst viele rote Hände zusammenzubekommen. Die gesammelten roten Handabdrücke könnt Ihr dann an den Bürgermeister Eurer Stadt oder einen anderen Politiker in Eurem Ort übergeben. Und teilt die Fotos Eurer Handabdrücke auf Instagram oder Facebook unter #redhandday, #kinderrechtehelden und #gemeinsamfürkinder.

Bittet die Politiker, sich in Eurem Namen dafür einzusetzen, dass sich Deutschland gegen den Einsatz von Kindersoldaten stark macht. Welche Politiker für Deinen Wahlkreis zuständig sind, kannst Du ganz leicht unter www.bundestag.de herausfinden.

Die Fotos von Eurer "Roten-Hand-Aktion" könnt Ihr außerdem unter www.redhandday.org hochladen.

Mehr Infos 

Alle Informationen zu der Aktion findet Ihr in dem Flyer Deine Hand zählt (PDF).
 

Hintergrundinfos Kindersoldaten

Ishmael Beah...

Ishmael Beah

... ist ehemaliger Kindersoldat aus Sierra Leone. Er erzählt: „In meinem Gehirn hatte sich nicht nur ein Schalter umgelegt, als ich das erste Mal jemanden getötet hatte, sondern ich hatte auch jeden Gedanken daran, jegliches Schuldgefühl ausgeschaltet – jedenfalls schien es so.“ In seinem Buch „Rückkehr ins Leben. Ich war Kindersoldat“ schildert er seine traumatischen Erlebnisse. Mehr

UNICEF schätzt, dass weltweit rund 250.000 Kinder und Jugendliche als Soldaten missbraucht werden. Sie werden dazu gezwungen, in Kriegen zu kämpfen. Vor allem Mädchen werden häufig sexuell missbraucht. Seit 2002 gibt es ein zusätzliches Abkommen zur Kinderrechtskonvention. Dieses Abkommen verbietet den Einsatz von Minderjährigen in Kriegen. Es wurde zwar bis heute von 143 Staaten unterzeichnet - nicht-staatliche Gruppen und auch einige Staaten halten sich aber nicht daran. Ein erster Erfolg: Vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag werden seit 2008 internationale Prozesse gegen die Verantwortlichen geführt, die Kinder als Soldaten missbraucht haben.

Manche von ihnen sind erst sieben oder acht Jahre alt. Viele werden mit Drogen vollgepumpt und dazu gezwungen, mit Waffen auf Menschen zu schießen. Kindersoldaten erleiden ein schreckliches Schicksal. Oftmals sind sie Mitglieder bewaffneter Gruppen in Ländern wie zum Beispiel Afghanistan, Irak, Kolumbien, Kongo, Nepal, Somalia, Sudan oder Tschad. Auch bei den aktuellen Konflikten in Syrien, Mali oder der Zentralafrikanischen Republik wird befürchtet, dass vermehrt Kinder und Jugendliche für Kämpfe eingesetzt werden. Kinder und Jugendliche sind sehr leicht zu beeinflussen. Sie hören auf das, was Erwachsene ihnen befehlen. Viele Kindersoldaten haben keine Eltern mehr und leben auf der Straße. Sie sind arm, gehen nicht zur Schule und schließen sich deshalb kriegerischen Truppen an.
 

Video zum Red Hand Day

 

Kindersoldaten sind mehr Opfer als Täter

Ehemalige Kindersoldaten in einer UNICEF-Einrichtung in der Zentralafrikanischen Republik. Foto: UNICEF/Sokol.
LupeEhemalige Kindersoldaten in einer UNICEF-Einrichtung in der Zentralafrikanischen Republik.

Kindersoldaten sind Täter, weil sie Menschen umbringen. Gleichzeitig sind sie aber vor allem auch Opfer, weil sie zu ihren Taten von anderen gezwungen werden. Die schrecklichen Erlebnisse im Krieg und Kampfeinsatz hinterlassen nicht nur Narben an ihren Körpern, sondern auch in ihren Seelen. Nach ihrem Einsatz als Soldaten sind die Kinder vielfach abhängig von Drogen, sie leiden unter Alpträumen und psychischen Störungen. Ohne Hilfe finden sie sich in einem normalen Alltag nicht mehr zurecht. In den Augen der Gesellschaft gelten sie nicht selten als Mörder und und werden von ihrer eigenen Familie und Dorfgemeinschaft abgewiesen.
 

So hilft UNICEF

UNICEF setzt sich dafür ein, dass Kindersoldaten befreit werden und in Einrichtungen unterkommen, wo sie psychologisch betreut werden. Dort werden sie versorgt, können ihre traumatischen Erfahrungen verarbeiten und zur Schule gehen. UNICEF setzt sich auch dafür ein, dass die Kinder in ihre Heimatdörfer und Familien zurückkehren können. Nicht immer ist dies leicht, denn die Kinder haben furchtbare Erfahrungen gemacht und werden oft von ihren Familien und Dörfern ausgegrenzt. UNICEF unterstützt die Kinder bei der Kontaktaufnahme mit ihren Familien. Außerdem drängt UNICEF darauf, dass alle Regierungen stärker dafür eintreten, dass der Einsatz von Kindersoldaten beendet wird. UNICEF fordert entschiedenere Strafen für die Länder, wo dies nicht passiert.

Macht auch Ihr Euch stark und setzt Euch dafür ein, dass es weltweit keine Kindersoldaten mehr geben soll!
 

extras

links red hand day

Website zur Aktion in Deutschland: www.aktion-rote-hand.de

Website zur Aktion weltweit: www.redhandday.org

buchtipps

Ishmael Beah: Rückkehr ins Leben. Ich war Kindersoldat (2007)
Der heute 26-jährige Beah berichtet von seiner Kindheit in Sierra Leone, dem Bürgerkrieg, der ihn zum Kindersoldaten machte und seiner Flucht in die USA.

Mariatu Kamara mit Susan McClelland: Das Mädchen ohne Hände (2009)

China Keitetsi: Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr: mein Leben als Kindersoldatin (2002)