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„Frei wie ein Vogel – Lernen statt arbeiten“

Vögel werden oft mit Freiheit und Frieden verbunden. Beides kann es nur geben, wenn Kinder nicht missbraucht und ausgebeutet werden. Unter dem Motto „Frei wie ein Vogel – Lernen statt arbeiten“ haben sieben 13-jährige Freundinnen aus Aachen insgesamt 800 bunte Papiervögel mit so genannter Flechttechnik gebastelt und sie für 70 Cent pro Stück verkauft. In fünf Aktionen haben sie dabei 800 Euro eingenommen, die sie für das UNICEF-Bildungsprojekt „Schulen für Afrika“ gespendet haben. Die Vögel stehen für die Freiheit der Kinder, die durch Bildungsprojekte unterstützt werden. Denn – so lautet die einhellige Meinung der sieben Mädchen – nur durch Bildung kann der Armutskreislauf durchbrochen werden.

Die Einzelheiten

Angefangen hat alles mit dem zwölften Geburtstag von Janna Hill, einem der sieben Mädchen. Sie hat sich lange überlegt, wie sie ihren Geburtstag ganz besonders feiern könnte. Zufällig ist sie beim Surfen durchs Internet auf den JuniorBotschafter-Wettbewerb gestoßen. Auch ihre Freundinnen waren schnell motiviert, mitzumachen. Sie wollten sich für das Projekt „Schulen für Afrika“ engagieren, denn dass andere Kinder nicht wie sie zur Schule gehen können, finden die Mädchen ungerecht. Janna fielen die bunten Papiervögel ein, die sie schon mal für den Weihnachtsbasar an ihrer Schule gebastelt hat. Passend zu Aktion und Inhalt haben die  Freundinnen das Motto: „Frei wie ein Vogel – Lernen statt arbeiten“ erfunden. Sie selbst haben viel für ihr Projekt gearbeitet: In ihrer Dokumentation haben sie genau beschrieben, dass viele einzelne Arbeitsschritte nötig sind, um einen Vogel in Flechttechnik zu basteln. Zwar bekommt man schnell Routine, aber selbst ein geübter Bastler braucht mindestens acht Minuten pro Vogel. Über 100 Stunden investierten die Mädchen so insgesamt in die Herstellung der aufwändig gestalteten Vögel.

Im Juli 2007 starteten sie mit der ersten von insgesamt fünf Verkaufsaktionen und führten sie trotz einiger Widerstände zu Ende. „Gerade in Zeiten, in denen weniger Leute in Deutschland UNICEF unterstützen, wollten wir nicht aufgeben, sondern dazu beitragen, dass die Aktion ‚Schulen für Afrika’ ein Erfolg werden kann. Die Situation in der Dritten Welt kann nur verbessert werden, wenn alle an einem Strang ziehen und zusammenhalten, und das geht nicht, wenn man aufgibt.“ Auf ihrer Homepage informieren die Mädchen ausführlich über ihr Projekt und ihre Erfahrungen.

Begründung der Jury

Das Projekt zeichnet sich durch große Eigenständigkeit, Kreativität und nicht zuletzt durch den hohen Arbeits- und Organisationsaufwand der Mädchen aus. Die verschiedenen Verkaufsaktionen erforderten viel Vorbereitung und Absprachen innerhalb der Gruppe, Mut auf Menschen zuzugehen und kritische Fragen von potentiellen Spendern auszuhalten. Die Idee ist originell, und ihre Umsetzung wurde von den Mädchen mit viel Ausdauer und Willenkraft betrieben. Die Vögel senden ein Signal aus, dass die Situation von arbeitenden Kindern, hier und jetzt – durch Unterstützung von Bildungsprojekten in Afrika – verbessert werden kann.