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„Neues Leben – Eine Zukunft für Kinder in Indien“
Drei Mädchen setzten sich gegen Kinderarbeit ein
Veronika Wiemker, Johanna Foldt und Hannah Lefel aus dem Kreis Segeberg (Schleswig-Holstein) ist aufgefallen, dass die Schwierigkeiten von Kindern in Indien – anders als die von Kindern in Nothilfegebieten – seltener beachtet werden. Elf Millionen Kinder in Indien müssen arbeiten, anstatt zur Schule zur Schule zu gehen. Deshalb bastelten die drei Siebtklässlerinnen unter dem Motto „Neues Leben – Eine Zukunft für Kinder in Indien“ 150 Blumensamen-Tütchen mit Informationen über Indien und riefen dazu auf, sich für arbeitende Kinder einzusetzen. Die selbst gesammelten Blumensamen stehen für eine bessere Zukunft der Kinder, die durch den Bau von Schulen gefördert werden kann. Die 12-jährigen Mädchen haben eine Ausstellung organisiert und die aufwändig bemalten Samentütchen bei verschiedenen Aktionen verkauft.
Die Einzelheiten
Drei Freundinnen, die die Freie Waldorfschule Kaltenkirchen in Schleswig-Holstein besuchen, erfuhren aus der Zeitschrift GEOlino vom UNICEF-JuniorBotschafter-Wettbewerb. Bei ihren Recherchen fanden die Schülerinnen heraus, dass viele Kinder unter schwersten Bedingungen oft bis zu zwölf Stunden am Tag schuften und so keine Gelegenheit haben, zur Schule zu gehen. Das Schicksal der so genannten „Schuldknechte“ berührte sie ganz besonders, so dass sie die Thematik mit einer Ausstellung dokumentierten. Im Mittelpunkt steht die „Geschichte von Nimita“, einem so genannten „Teppichkind“. Nimita muss unter harten Bedingungen Teppiche knüpfen, um die Schulen ihrer Familie zu bezahlen. Die Geschichte hat ein Happy End: Nimita kann wieder nach Hause zurückkehren, um ihrer Familie am neuen Familien-Webstuhl beim Knüpfen zu helfen.
Ein solches „Neues Leben“ wünschen sich die Mädchen für alle arbeitenden Kinder in Indien. Das symbolisieren die Blumensamen, die sie sich im Herbst von Schrebergärtnern erbeten haben. In tagelanger Arbeit und mit viel Liebe zum Detail haben sie diese in selbst gebastelte und bemalte Samentütchen verpackt. Sie wollten auf die Probleme von Kindern in Indien aufmerksam machen, aber auch den kulturellen Aspekt nicht vernachlässigen. Auf die Rückseiten der Samentütchen haben sie deshalb zum Beispiel Mini-Sprachführer, indische Kinderlieder und Sprichwörter, Bilder von indischen Göttern oder Rezepte gemalt.
Bei verschiedenen Festen und Märkten bauten die Mädchen Informationsstände auf und verkauften ihre Samentütchen. Auch schlechtes Wetter hielt die Schülerinnen nicht von ihrem Projekt ab: Vor einer Buchhandlung boten sie indischen Tee an und verwickelten die Käufer in ein Gespräch. Insgesamt verkauften die drei JuniorBotschafterinnen über 100 Samentütchen und spendeten 312 Euro für UNICEF-Projekte.
Begründung der Jury
Das Projekt von Veronika, Johanna und Hannah besticht durch die Einheit von Information und Aktion. Mit sorgfältig recherchierten Informationen, viel Phantasie, Sorgfalt und Ausdauer gelang es den drei Mädchen, den Blick der Öffentlichkeit auf das Schicksal indischer Teppichkinder zu lenken. Dabei wollten sie aber nicht nur über das Negative informieren, sondern auf die große kulturelle Vielfalt des Landes hinweisen und erfüllten damit auch die Ziele des Globalen Lernens in hervorragender Weise. Die Jury war von der sorgfältig ausgearbeiteten Dokumentation, den Plakaten zur Ausstellung und den kleinen Samentütchen sehr beeindruckt.










UNICEF