partizipation - storys

Panorama-Bild Partizipation

Foto Weltkindergipfel

Lirije aus dem Kosovo

Lirije im Interview mit GEOlino. | Foto: UNICEF

Lirije ist kurz nach ihrer Geburt mit ihren Eltern und Geschwistern nach Deutschland gekommen. Hier wohnt sie in Bremen und fragt sich jeden Tag, ob sie noch zur Schule gehen soll, da sie oft gemobbt wird. Andererseits hat sie Angst, wieder in den Kosovo zurück zu müssen. Lirije hat keinen deutschen Pass, sie wird hier nur "geduldet". Darüber hat sie einen Film gedreht. Mehr

 

Sumera aus Pakistan

Nicht alle Mädchen in Asien haben die Chance, bei der Entwicklung ihrer Gesellschaft eine aktive Rolle zu spielen. Eine Ausnahme bilden pakistanische Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren, vor allem aus armen Familien, die als Erzieher andere Kinder und Jugendliche unterrichten - vorausgesetzt, sie haben eine Schule besucht und an einem fünftägigen Workshop teilgenommen. Im Rahmen eines UNICEF-Projekts erhalten sie praktische Informationen über Gesundheit, Hygiene und Ernährung. Danach bekommen sie eine Schultafel, Kreide und Wandplakate für zu Hause und dürfen damit kleine Schulen für Mädchen ohne Schulbildung gründen. Die 20jährige Sumera Zafar beschreibt, wie sich ihr Leben verändert hat:

„Vor ein paar Jahren war ich noch nicht so wie heute. Genau genommen war ich recht unbeholfen und schüchtern. Aber jetzt legen die Leute Wert auf mein Urteil. Aus der ganzen Nachbarschaft kommen Mädchen mit ihren Problemen zu mir und bitten mich um Hilfe, wenn sie zu Hause Schwierigkeiten haben. Das Mädchenprojekt hat uns beigebracht, uns selbst zu mögen und stolz darauf zu sein, wie wir sind. Jetzt glaube ich wirklich, dass Frauen genauso gut sind wie Männer.“

Sumeras Botschaft für die Mädchen und Frauen in Pakistan: „Hört auf, euch auf andere zu verlassen, und glaubt an euch. Stellt euch auf die eigenen Füße - denn das ist der einzige Weg, wie ihr euer Leben jemals verbessern und weiterkommen könnt.“

 

Mohammed aus Bangladesch

Mohammed Jewel Mia, 14 Jahre aus Bangladesch, benutzt ein Foto, um mit den Nachbarkindern über Gesundheit und Hygiene zu sprechen. Er wohnt in Driver Para, im Distrikt Gaibanha, und arbeitet mit in einem Kind-zu-Kind-Projekt. Mohammed und andere Kinder wurden ausgebildet, um Kind-zu-Kind-Gruppen zu leiten. In Bangladesch sind die Zerstörungen durch zahlreiche Überschwemmungen und Wirbelstürme besonders heftig, was viele negative Auswirkungen auf Kinder hat. Viele Familien nehmen ihre Kinder aus der Schule, um sie zur Arbeit zu schicken. Außerdem sterben wieder mehr Kinder aufgrund von verschmutztem Wasser.

 

Cigdem – Ein Mädchen aus der Türkei
kämpft für den Schulbesuch

Die 10- jährige Rasime umarmt ihre Freundin, während sie ihrer Lehrerin zuhört. Sie besucht eine kinderfreundliche Schule in der Provinz Ankara.
LupeDie 10-jährige Rasime umarmt ihre Freundin, während sie ihrer Lehrerin zuhört. Sie besucht die kinderfreundliche Schule in Karaali in der türkischen Provinz Ankara.

Trotz großer Fortschritte gehen mehr als die Hälfte aller Mädchen zwischen sechs und 14 Jahren in den östlichen und südlichen Regionen der Türkei nicht zur Schule. Im Jahr 2000 hat UNICEF gemeinsam mit anderen Institutionen im Bezirk Muradiye in der Türkei ein offenes Grundschulzentrum eingerichtet. Das Zentrum von Muradiye, das Cigdem besucht, übertraf all ihre Erwartungen. Die Mädchen - Adalet, Ayper, Cigdem, Gurbet, Nezaket, Yeter und viele mehr - stellten eine Theater-AG auf die Beine und schrieben sogar zusammen mit Jungen aus der Region ein Stück, das auf ihren Lebenserfahrungen fußt und den Titel „Kardelen“ trägt. Der Titel ist symbolträchtig. Es ist der Name einer Blume, die blühend den Schnee im Gebirge durchbricht. Das Stück hinterfragt die kulturellen Bräuche, die das Leben der Mädchen im Südosten der Türkei einschränken. Es ist eine Collage aus alltäglichen Erfahrungen, den früheren Eheschließungen und den traditionellen Sitten und Gebräuchen, die Frauen daran hindern, gleichberechtigt am Gemeinschaftsleben teilzuhaben. Aber das Stück ist auch voller Hoffnung: Die Mädchen kämpfen gegen alle Widrigkeiten und blühen auf – wie die Kardelen-Blüte im Schnee.

Zuerst wurde das Stück vor den Müttern der Mädchen aufgeführt – und erntete deren volle Zustimmung. Dann präsentierten es die Mädchen einem größeren Publikum in der Hauptstadt der Provinz. Der Erfolg war so groß, dass der lokale Fernsehsender unbedingt über die Mädchen berichten wollte. Danach gab es zwei Aufführungen in der Landeshauptstadt: Einmal bei einem Theaterfestival und anschließend bei einem landesweiten Kinderforum, an dem auch der Bildungs- und Kulturminister teilnahm. Einige Szenen aus dem Stück wurden im landesweiten Fernsehen ausgestrahlt.

Mit dem Stück drückten die Mädchen ihren Unmut darüber aus, dass sie nicht zur Schule gehen durften. Gleichzeitig öffneten sie den Eltern die Augen: Diese waren so fest verwurzelt in ihrer Tradition, dass sie unhinterfragt ihre Töchter zur Hausarbeit verpflichteten. Am meisten aber veränderte die Theaterarbeit die Mädchen selbst. Sie waren Kinder, die die Grundschule abgebrochen hatten. Heute sind sie selbstbewusste junge Frauen, die sich vorgenommen haben, Lehrerinnen, Ärztinnen, Rechtsanwältinnen zu werden.

„Wir tun das nicht, um uns ein Diplom an die Wand zu hängen, sondern weil wir gebildete und informierte Mütter werden wollen, die ihren Töchtern nicht verwehren, was man uns vorenthalten hat.“ Cigdem und ihre Freundinnen haben den Weg freigemacht, damit andere ihnen folgen können.

 

Nana Yaa Nyantakyi und Ronny Mai -
Zwei UNICEF-JuniorBotschafter für Kinderrechte

Die UNICEF-JuniorBotschafter Nana Yaa Nyantakyi und Ronny Mai überreichen der Bundesregierung (Ekin Deligöz) einen 'Denkzettel'.
LupeNana Yaa Nyantakyi und Ronny Mai übergeben der Bundesregierung (Ekin Deligöz) einen 'Denkzettel'.

Ronny Mai und Nana Yaa Nyantakyi sind aktive UNICEF-JuniorBotschafter für Kinderrechte. Nana Yaa hat als elfjährige Schülerin aus Leverkusen nach dem Tsunami Hunderte weiße Ansteckschleifchen genäht und verkauft. Mit dem Erlös unterstützte sie die UNICEF-Hilfe für die Kinder in Asien. Da die Farbe Weiß in Asien als Zeichen der Hoffnung und der Trauer gilt, entschied sie, weiße Schleifen als Zeichen der Solidarität mit den Tsunami-Opfern zu nähen. Sie mobilisierte Bekannte, Freunde und Prominente, ihre Aktion zu unterstützen.

Mit ihrer Aktion gewann sie 2005 den ersten Platz des JuniorBotschafter-Wettbewerbs. Hier findet Ihr mehr Informationen zu Nana Yaas Spendenaktion.

Seit dieser Zeit setzt sie sich bei zahlreichen Gelegenheiten für die Rechte der Kinder ein. Sie hält Vorträge, tritt in Sendungen auf und engagiert sich im UNICEF-JuniorTeam. Aufgrund ihrer Initiative wird in ihrer Heimatstadt Leverkusen seit einigen Jahren ein Weltkindertagsfest gefeiert, an dem sich zahlreiche Kinder- und Jugendorganisationen beteiligen.

Mehr lesen zum Leverkusener Weltkindertag.

Ronny gründete 2007 mit sieben weiteren Schülern und der Schulleiterin Ursula Grass die UNICEF-AG an der Waldhausschule Malsch. Um auf die Situation der Straßenkinder in Odessa, Ukraine, aufmerksam zu machen, erfand die Gruppe den Anti-AIDS-Muffin und erstellte Plakate und Infotafeln. Durch den Verkauf der Muffins sammelten sie Spenden, und etliche andere Schulen forderten mittlerweile ihre Wanderausstellung an. Mit der Aktion erreichte Ronny Mai den 2. Platz beim JuniorBotschafter-Wettbewerb 2007.

Seit September 2007 ist die UNICEF-AG der Waldhausschule auf Aktionen spezialisiert, die die Kinderrechte bekannt machen. Ronny sammelt Unterschriften für die Aktion „Kinderrechte ins Grundgesetz“ und ist federführend dabei, um andere Kinder zu informieren und auf Kinderrechtsverletzungen aufmerksam zu machen. Vor allem das Recht auf Gleichbehandlung ist ihm wichtig. Er und seine Gruppe besuchten viele Klassen und sogar ganze Schulen. Mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation erklären sie die Kinderrechte und berichten über die Arbeit von UNICEF in Entwicklungsländern. Im Anschluss führen die Schüler jeweils eine Kinderrechtewahl vor Ort durch.

Alle Infos zu Ronny Mais JuniorBotschafter-Aktion.

extras

beteiligungsrechte

In der Kinderrechtskonvention gibt es mehrere Artikel, die sich auf die Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen beziehen: Artikel 12, 13, 14, 15, 17. In Deutschland sind diese im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) verankert.

Die Beteiligungsrechte im Detail (PDF-Datei)

Die kindgerechte Fassung der Kinderrechte kann man beim Bundesfamilienministerium herunterladen:
Download Kinderrechte als PDF-Datei