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Aktionen planen
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Euch stinkt etwas? Ein Geschäft verkauft z.B. Klamotten, die für einen Hungerlohn von Kindern genäht worden sind? Welche Kinderrechtsverletzung regt Euch am meisten auf? Wovon seid Ihr oder Kinder in Eurer Umgebung am stärksten betroffen? Wo müsste man unbedingt etwas tun? Befragt die Kinder in Eurem Ort, was sie über ihre Rechte wissen, und erforscht mit ihnen, wie kinderfreundlich oder kinderfeindlich sie ihre Lebensumwelt erfahren und was sie ändern wollen.
Es gibt zu viele Probleme? Alles ist gleich wichtig und Ihr könnt Euch nicht entscheiden? Dann könnt Ihr z.B. gut mit Klebepunkten arbeiten: Jeder bekommt 6 Punkte und vergibt 3 Punkte für die beste, 2 Punkte für die zweitbeste und 1 Punkt für die drittbeste Idee.
Wenn Ihr Euch für das wichtigste Problem entschieden habt, dann macht Ihr am besten ein Brainstorming, um möglichst viele Aktionsideen zu sammeln. Dabei gibt es ein paar Regeln:
- Kreatives Denken ist ausdrücklich erwünscht, auch ungewöhnliche Vorschläge sind möglich.
- Jeder Vorschlag wird aufgeschrieben, ganz gleich wie unwahrscheinlich oder utopisch er erscheint.
- Kommentare, die irgendwelche Vorschläge kritisieren oder bewerten, sind verboten.
- Es ist erlaubt und erwünscht, die Ideen von anderen weiterzudenken.
Wie startet Ihr am besten?
- Denkt nun realistisch über Eure Lösungsideen nach. Nehmt Euch nicht zu viel gleichzeitig vor – eine Aktion reicht!
- Hilfe annehmen ist okay! Traut Euch, um Hilfe zu bitten. Lernt von anderen, auch von deren Fehlern.
- Macht Euch einen Zeitplan.
- Gebt nicht zu früh auf. Auch bei großem Einsatz klappen die Dinge nicht immer gleich und auch nicht immer so, wie man es sich wünscht. Im Team könnt Ihr Euren Ärger darüber teilen und wieder neuen Mut gewinnen. Wer etwas verändern will, braucht viel Geduld. Doch der Einsatz lohnt sich immer, und es macht Spaß, etwas mit anderen gemeinsam durchzusetzen.
Einige Aktionsideen
Auf lokaler Ebene
- Informiert Euch über die Angebote für Kinder und Jugendliche in Eurer Gegend.
- Haben alle Kinder den gleichen Zugang zu Bildungseinrichtungen, Gesundheitsversorgung, Freizeiteinrichtungen?
- Gibt es z.B. ausländische Kinder in einer Schule, die nicht gut Deutsch sprechen - aber keinen Förderunterricht für sie?
- Brauchen Kinder einen „Kindertreff“ zum Spielen und Reden? Manche Kinder trauen sich nicht, sich an Erwachsene zu wenden. Dann können Kinder und Jugendliche anderen Kindern besser helfen als Erwachsene. Ihr könntet eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche einrichten.
- Arbeitet ehrenamtlich bei einer örtlichen Organisation mit, die sich für Kinder einsetzt.
- Engagiert Euch bei Aktionen vor Ort - bei Hausaufgabenhilfen, Umwelt-Säuberungsaktionen, Kulturfesten, beim Bau eines Spielplatzes etc.
- Führt Diskussionen über Schulthemen durch, z.B. „Der Schul-Kiosk oder die Mensa sollte auch Süßigkeiten verkaufen“, „Vom Schulhof sollte ein Stück abgetrennt werden, um einen Fußballplatz daraus zu machen“, „Die Computer-Räume sollten ausgebaut werden“ etc.
- Schreibt dem Herausgeber der Lokalzeitung Eure Vorschläge zur Verwirklichung von Kinderrechten.
- Sprecht die örtlichen Ratsmitglieder an, damit in Eurem Wohnbereich bessere Möglichkeiten für Kinder und Familien geschaffen werden.
- Organisiert in Eurem Umfeld eine Kinderrechte-Wahl und informiert die Presse über das Ergebnis.
Auf nationaler Ebene
- Findet heraus, wer in der Regierung für die Einhaltung der Kinderrechtskonvention verantwortlich ist. Wurden daraufhin Gesetze, Sozialleistungen und/oder schulische Leistungen verändert oder neu verabschiedet? Schaut im Nationalen Aktionsplan (NAP) nach auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
- Nehmt Kontakt auf zu bundesweiten Kinderhilfswerken und informiert Euch, wie Ihr Euch für die Verwirklichung der Kinderrechte einsetzen könnt. Schaut z.B. auf der Homepage der "National Coalition" nach in der Rubrik „Migliedsorganisationen": www.national-coalition.de.
- Schreibt den Abgeordneten Eures Wahlbezirks, wenn Ihr meint, dass mehr für die Umsetzung der Kinderrechtskonvention in Eurem Land getan werden könnte. Auf der Website des Bundestags findet Ihr die Namen aller Abgeordneten in den Bundesländern.
- Befragt die Kandidaten für politische Ämter (egal für welches), was sie für die Umsetzung der Rechte zu tun gedenken. Fragt nach, ob die Konvention in die jeweiligen Parteiprogramme aufgenommen wird.
Auf globaler Ebene
- Informiert Euch über Kinderrechtsverletzungen in Deutschland und weltweit.
- Werdet Mitglied einer internationalen Menschenrechtsorganisation, organisiert Kampagnen oder Geldspenden.
- Nutzt Eure Rolle als Konsumenten. Vermeidet es, Produkte von Herstellern zu kaufen, die die Umwelt stark belasten, Minderheiten diskriminieren oder Kinder für sich arbeiten lassen.
- Beteiligt Euch an Kampagnen gegen Armut und für die Realisierung der Millenniumsziele. Siehe: www.un-kampagne.de/
- Oder nehmt am Wettbewerb zur Teilnahme am Junior8-Gipfel teil. Um Kindern und Jugendlichen die Chance zu geben, dass ihre Stimme auch auf höchster internationaler Ebene gehört wird, hat UNICEF den Junior8-Gipfel (J8) ins Leben gerufen. Dieser findet jedes Jahr parallel zum G8-Gipfel der Staats- und Regierungschefs statt. Ziel ist es, ein Netzwerk von engagierten Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt zu schaffen, sie bei ihren politischen und sozialen Aktivitäten zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass ihre Meinung gehört wird bei Themen, die elementar ihre Zukunft betreffen. Zur Website des Junior8: www.junior8.de
Wie Ihr werben könnt
Ohne Werbung läuft nicht viel. Eurer Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Hier ein paar Anregungen, wie Ihr auf Eure Aktion aufmerksam machen könnt:
- Pressearbeit: Redet mit den Redaktionen, damit die Journalisten Radioberichte machen und Ankündigungen in der Zeitung schreiben.
- Plakate: Fragt in Geschäften, Banken, Schulen und öffentlichen Gebäuden, wie z.B. Museen, Kinos, Theatern und Büchereien, ob ihr Plakate aufhängen dürft. Denn dort kommen viele Leute vorbei.
- Selbst gemalte Bilder: Besser als die üblichen – auf Computer geschriebenen – Poster wirken selbst gemalte Bilder. Sie sind auffälliger. Passt aber auf, dass der Text auf jeden Fall gut lesbar ist.
- Flugblätter: Versucht so viele Flugblätter wie möglich zu verteilen. Fragt Freunde und Bekannte, ob sie Euch helfen.
- Mundpropaganda: Weitersagen, auch an Leute, die auf den ersten Blick nicht viel damit zu tun haben.
- Schulen: Informiert die Lehrer, die SV, die Schüler- und Klassensprecher, damit sie auf Eure Aktion aufmerksam machen (möglichst durch den Lautsprecher der Schule).
- Eltern: Spannt Eure Eltern mit ein. Sie sollen auch an ihrem Arbeitsplatz Werbung machen und Mitarbeiter auffordern, ihren Kindern von Eurer Aktion zu erzählen.
- Veranstaltungen: Wenn es vorher andere Veranstaltungen in Eurem Ort gibt, macht dort Werbung für Eure Aktion.
- Schirmherren: Prominente Persönlichkeiten sollten die Schirmherrschaft übernehmen. Zum Beispiel der Bürgermeister oder ein Schriftsteller, den Ihr gut findet.
- Druck: Fragt Druckereien, ob sie etwas umsonst oder billiger für Euch drucken können.
Infostand
Eine super Möglichkeit, um über das Thema zu informieren, das Euch am meisten unter den Nägeln brennt, ist ein Infostand. Hier ein paar Anregungen für Aktionsideen rund um den Infostand:
Quiz
Denkt Euch viele Fragen aus und steckt je eine z.B. in kleine Filmdöschen. Die Döschen kommen in einen bunten Sack oder in eine lustige Lostrommel. Für jede richtige Antwort gibt es einen kleinen Preis. So eine Lostrommel wäre schon ein Blickfang für Euren Stand.
Krach machen
Sucht die passenden Instrumente zu Eurem Thema oder macht Musik.
Theater spielen
Vor Eurem Stand ist was los. Wer kurz stehen bleibt, kriegt mit, was Ihr wollt, weil Ihr mit wenig Worten mit einem kurzen Theaterstück das Thema auf den Punkt bringt.
Mitmachaktionen
Wenn zu Eurem Infostand auch etwas zum Selbermachen gehört, bleiben schnell Leute stehen und es kommen neue dazu. Bastelideen, Unterschriftensammlungen, Mitbauen an einem Kinderrechte-Denkmal usw.
Hier findet Ihr eine Checkliste und weitere Hinweise für Euren Infostand.
Außerdem gibt's hier noch Hinweise dazu, wie Ihr eine Pressemitteilung schreibt und die Presse einladet.
Ausstellung
Eine Ausstellung
Wenn Ihr länger an einem Thema gearbeitet habt, könnt Ihr aus den verschiedenen Materialien auch eine Ausstellung planen. Wenn Ihr während der Ausstellung die ganze Zeit dabei seid, könnt Ihr Mitmachaktionen anbieten. Das ist nicht so langweilig wie Tafeln und Gegenstände. Für Dauerausstellungen sind Räume geeignet, an denen immer viele Menschen vorbei gehen (Bücherei, Rathaus, Bank, Krankenkasse). Gut geeignet sind auch die Aula oder Gruppenräume der Kirchengemeinde.
Demonstration
Eine Alternative zum Infostand oder zur Ausstellung könnte auch eine Demonstration sein. Sie könnte beispielsweise so aussehen, dass Ihr mit Euren Plakaten durch die Fußgängerzone geht und am Ende ein Theaterstück aufführt. Auch eine solche Demo muss angemeldet werden - spätestens 48 Stunden, also zwei Tage, vor dem geplanten Beginn. Eine erwachsene Person muss die „Demo-Leitung“ übernehmen. Bei der Demo könnt Ihr auch Zettel verteilen, aber Ihr habt normalerweise keinen Infotisch. Deshalb sind Plakate und Transparente wichtiger und vielleicht sogar ein Megafon. Diesen tragbaren Lautsprecher könnt Ihr vielleicht von einem Jugendverband ausleihen.
Transparente
Leute, die nicht zuhören wollen, könnt Ihr mit einem Transparent (z.B. ein Bettlaken) informieren. In sehr großer Schrift schreibt Ihr eine kurze prägnante Aussage darauf, zum Beispiel eine Forderung wie „Schulen für Kinder in Afrika!“ Gut zu tragen ist ein Transparent, wenn Ihr rechts und links eine Holzleiste annagelt, die so lang ist, dass Ihr das Transparent auch „abstellen“ könnt. Es ist sinnvoll, mehrere Schlitze in den Stoff zu schneiden, dann pustet der Wund durch und Ihr könnt leichter laufen.
extras
gut vorbereitet
Wir machen einen Infostand!
Hier findet Ihr Tipps und die passende Checkliste dazu.
Der Umgang mit der Presse:
Wie schreibt man eine Pressemitteilung?
beteiligungsrechte
In der Kinderrechtskonvention gibt es mehrere Artikel, die sich auf die Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen beziehen: Artikel 12, 13, 14, 15, 17. In Deutschland sind diese im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) verankert.
Die Beteiligungsrechte im Detail (PDF-Datei)
Die kindgerechte Fassung der Kinderrechte kann man beim Bundesfamilienministerium herunterladen:
Download Kinderrechte als PDF-Datei











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