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Panorama-Bild Partizipation

Foto Weltkindergipfel

Das Recht auf Beteiligung

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Dürfen Erwachsene alleine entscheiden, wenn es um die Interessen von Jungen und Mädchen geht? Nein, das dürfen sie nicht. Kinder und Jugendliche dürfen mitreden und entscheiden, wenn es um ihre Belange geht. Dieses Recht hat jedes Kind, unabhängig von seinem Alter. Das heißt aber nicht, dass nur das gemacht wird, was Kinder wollen.

Unter „Beteiligung“ (Partizipation) versteht man, dass jedes Kind mitmischen, mitentscheiden und mithandeln soll. Jungen und Mädchen sollen - genauso wie Erwachsene - die Gesellschaft gestalten.  Das Mitmischen von Kindern ist somit ein sehr politisches Anliegen. Leider erleben Kinder und Jugendliche sehr häufig, dass Erwachsene sie nicht nach ihrer Meinung fragen.

Beteiligung für Kinder und Jugendliche macht nur Sinn, wenn sie mit dem Alltag in „ihrer“ Einrichtung (z.B. Schule) oder „ihrer“ Gemeinde eng verbunden ist. Damit sie sich dafür interessieren, müssen sie die Möglichkeit haben, Probleme zu benennen und wirkliche Veränderungen zu bewirken (nicht nur, aber auch z.B. bei Skaterbahnen und Spielplätzen). Erwachsene können sie dabei unterstützen, aber ohne sie zu bevormunden. Dabei müssen die Erwachsenen die Erfahrungen, Fähigkeiten und Sichtweisen von Kindern respektieren, auch wenn die Kinder noch jung oder z.B. behindert sind.
 

Ein gutes Beispiel in Sachen Beteiligung ist das Land Schleswig-Holstein, wo alle Bürgermeister verpflichtet sind, die jüngsten Einwohner zu fragen, wenn Politiker über Dinge entscheiden, die Kinder und Jugendliche etwas angehen - wie beispielsweise Skaterbahnen und Spielplätze.
Bei jedem Bauvorhaben muss ein Bürgermeister erklären, wie er die  Meinung der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt hat.

Bisher haben Kinder und Jugendliche in Deutschland zwar die Möglichkeit, in der Schule (Schülervertretung) und außerhalb der Schule in Kinder- und Jugendparlamenten mitzuarbeiten, aber nur als „Berater“. Das finden einige aber ziemlich „öde“ und „eintönig“, weil sie nur wenige Möglichkeiten haben, ihre Interessen wirksam einzubringen. Umso beliebter sind Internetportale, in denen Lehrer kritisiert werden.

LupeSambias erste JuniorBotschafter.

Trotzdem gibt es Millionen von Kindern und Jugendlichen, die sich hier und weltweit in verschiedenen Projekten beteiligen. Viele von ihnen haben die Erfahrung gemacht, dass sie selbst in der Lage sind, eigene Ideen zu entwickeln und durchzuführen, z.B. als UNICEF-JuniorBotschafter für Kinderrechte.

 

Warum ist Beteiligung so wichtig?

Wer mitbestimmt, der lässt sich nicht bevormunden. Dabei muss er aushalten, dass das, was er möchte und wofür er sich eingesetzt hat, vielleicht auch mal nicht klappt. Es ist wichtig, dass jedes Kind schon möglichst früh im Klassen- und Familienrat lernt, Aufgaben und Probleme zu besprechen und zu lösen. Auf diese Weise erfahren Kinder im täglichen Leben, was Demokratie bedeutet. Mitbestimmen ist anstrengend, macht aber auch viel Freude und fördert das Selbstbewusstsein. Am erfolgreichsten sind alle Projekte, wenn die Beteiligten mitbestimmen können.

Aber nicht jede Beteiligung von Kindern ist gut. Wenn schon die kleinsten Kinder Steine schleppen, auf dem Bau oder an Webstühlen für viele Stunden arbeiten und im Haushalt ausgebeutet werden, dann ist das keine erwünschte Beteiligung. Kriegsparteien zögern nicht, aus Kindern Soldaten zu machen, aber bei den Friedensverhandlungen danach dürfen sie sich nicht beteiligen. Und genau um diese Art von „Partizipation“ geht es, denn Kinder sind Menschen mit eigenen Rechten.

 

Wie beteiligen sich Kinder und Jugendliche?

In vielen UNICEF-Programmen übernehmen Kinder und Jugendliche in so genannten Peer-to-Peer-Projekten (Projekte von und für Gleichaltrige) Verantwortung. Sie leiten Gruppen, klären über Gesundheit und Kinderrechte auf, halten Vorträge oder machen Radioprogramme. Damit überzeugen sie nicht nur Kinder,  sondern auch ihre Eltern und die Erwachsenen in ihren Dörfern und Städten, ihr Verhalten zu ändern. Zum Beispiel, dass Eltern ihre Kinder (besonders die Töchter) in die Schule schicken, dass sie ihre Kinder nicht mehr so früh verheiraten, oder die Jugendlichen erklären, warum das Händewaschen so extrem wichtig ist oder wie man sich vor Schwangerschaften und AIDS schützen kann.

Asha Akther ist 10 Jahre alt und kommt aus Bangladesch. Sie setzt Fotos ein, um die Nachbarskinder über Gesundheit und Hygiene zu informieren.

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beteiligungsrechte

In der Kinderrechtskonvention gibt es mehrere Artikel, die sich auf die Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen beziehen: Artikel 12, 13, 14, 15, 17. In Deutschland sind diese im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) verankert.

Die Beteiligungsrechte im Detail (PDF-Datei)

Die kindgerechte Fassung der Kinderrechte kann man beim Bundesfamilienministerium herunterladen:
Download Kinderrechte als PDF-Datei

linktipp

Das Online-Projekt "DU HAST DIE MACHT" von der Robert-Bosch-Stiftung und der UFA für Jugendliche:

www.duhastdiemacht.de

echte beteiligung

Aufgepasst: Nicht überall, wo Partizipation draufsteht, ist auch Partizipation drin!

Kinder werden von Erwachsenen gerne zu Veranstaltungen eingeladen, allerdings ohne dass sie Anlass und Inhalt der Veranstaltung beeinflussen können. Sie dürfen z.B. ein Lied singen oder Blumen überreichen, neben prominenten Leuten auf der Bühne stehen oder in ein Fußballstadion einlaufen. Das macht den Kindern meistens auch Spaß. Wirklich beteiligen können sich Kinder und Jugendliche aber nur dann, wenn sie genau wissen, worum es geht, sie wirklich etwas zu sagen haben und wenn sich durch ihre Teilnahme tatsächlich etwas ändert bzw. ändern wird. Dabei ist es wichtig, dass sie ihre Meinung frei sagen und Vorschläge machen dürfen. Es handelt sich nicht um „Beteiligung“, wenn sie nur bestätigen sollen, was die Erwachsenen schon beschlossen haben.

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Unicef Mediaplayer Schweizer Jugendparlament "Kinder haben Rechte"

deine rechte

Kinder benötigen besonderen Schutz und haben deshalb auch besondere Rechte. Alles über die "Konvention über die Rechte des Kindes" und viele Informationen zu dem Thema findest Du auf den younicef-Kinderrechte-Seiten.