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Ein Junge spiegelt sich in den Ruinen. Foto: UNICEF/El Baba.

Palästinensische Autonomiegebiete

Die Palästinensischen Autonomiegebiete bestehen aus dem Gazastreifen und Teilen des Westjordanlandes.  Der Gazastreifen liegt am Mittelmeer und hat eine Grenze zu Ägypten und Israel. Das Westjordanland grenzt im Osten an Jordanien und ist zu rund 60 % von Israel  besetzt. Der Konflikt zwischen Israel und Palästina ist schon über 60 Jahre alt und dreht sich in erster Linie um Land und die Anerkennung Palästinas als eigenständigen Staat.  

Mohammed aus Palästina

Mohammed ist 16 Jahre alt und lebt im Gazastreifen in Rafah, der Grenzstadt zu Ägypten. Er musste die Schule abbrechen, um als Tunnelarbeiter Geld für seine Familie zu verdienen.

Der Grenzzausn zwischen Israel und dem Westjordanland. Foto: UNICEF/Pirozzi.
LupeDer Grenzzausn zwischen Israel und dem Westjordanland.

 „Eines Morgens nahm meine Mutter mich weinend in den Arm. Sie sagte, dass ich nun alt genug sei, um Geld für die Familie zu verdienen. Mein Vater sei  zu alt und würde keine Arbeit finden, sagte sie. Nun musste ich der Mann im Haus sein.“ Mohammeds Mutter hatte keine andere Wahl, um die Familie weiter versorgen zu können. Der 16-Jährige Mohammed musste sie unterstützen. Er brach die Schule ab, um in einem der Grenztunnel  zwischen Ägypten und Gaza zu arbeiten. Durch diese Tunnel werden Nahrung oder Brennstoff über die Grenze geschmuggelt. Es gibt hunderte dieser Tunnel, die versteckt unter weißen Zelten liegen. Nachdem Israel  und Ägypten den Gazastreifen im Jahr 2006 abgeriegelt haben, sind die Tunnel der Hauptversorgungsweg für Güter, die es in Gaza oft nicht gibt.

Als Mohammed das erste Mal in einem Tunnel arbeiten musste, hatte er große Angst. Er wollte nicht in diesen engen Tunnel klettern, sondern viel lieber zusammen mit seinen Freunden in die Schule gehen. Mohammeds Freund Ahmad tut beides. Er geht tagsüber in die Schule und nachts arbeitet er in einem der vielen Tunnel. Doch das ist sehr anstrengend und so schläft Ahmad oft im Unterricht ein. Er befürchtet, dass er deswegen seinen Abschluss nicht schaffen wird.

Mohammed bei seiner Arbeit im Tunnel. Foto: UNICEF/El Baba.
Mohammed bei seiner Arbeit im Tunnel.

Die beiden Jungen müssen aber in den Tunneln arbeiten, denn dort verdienen sie mehr Geld als bei anderen Jobs. „Ich wünschte, ich könnte Elektriker werden“, erzählt uns Mohammed. Der Beruf als Elektriker wäre, im Gegensatz zu der Arbeit im Tunnel, ungefährlich. Mohammed berichtet von einem Arbeitstag im Tunnel, den er mit Sicherheit nicht vergessen wird: „ Ich war zusammen mit Ahmad in einem der Tunnel als Gas aus einem Zylinder austrat. Wir bekamen keine Luft mehr und wären erstickt, wenn man uns nicht gerettet hätte.“ Mohammed und Ahmad überlebten den Unfall, doch Mohammeds Cousin hatte nicht so viel Glück. Er starb bei der Arbeit im Tunnel.

UNICEF hilft den Kindern in Rafah dabei, eine andere Arbeit zu finden, die ungefährlich für sie ist. Außerdem sollen die Kinder wieder zur Schule gehen können. Seitdem 2010 die Grenze wieder ein wenig geöffnet wurde, geht auch der Schmuggel durch die Tunnel etwas zurück und die Kinder in Rafah haben eine Chance darauf, der gefährlichen Arbeit zu entkommen.

extras

Palästina

Einwohner/innen: ca. 4,33 Millionen (Vergleich Deutschland: ca. 82 Millionen)

Größe: ca. 26.300 km² (Vergleich Deutschland: 357.111 km²)

Amtssprache: Arabisch

Hauptstadt: Gaza und Ramallah