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Mohammed (vorne links) und seine Familie flohen aus der libyschen Hauptstadt Tripolis. Foto: UNICEF/TUN2011/Dhayi

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Ein Flüchtlingskind aus Libyen: Mohammeds Geschichte

Mohammed Ali Musa, 10 Jahre, kommt ursprünglich aus Somalia und ist mit seiner Familie aus Libyen geflohen. Am 21. März sind sie im von UNICEF unterstützten Shousha Flüchtlingscamp in Ras Jedir an der tunesisch-libyschen Grenze angekommen.

Baustein 1

„Ich bin mit meinem Vater, meiner Mutter, meinem Bruder und drei Schwestern am 20. März geflohen. Die Kämpfe in Tripolis wurden immer schlimmer und Familien haben sich gegenseitig gesagt, dass es nicht mehr sicher ist, in Libyen zu bleiben. Ich habe gehört, wie unser Nachbar zu meinem Vater gesagt hat, wir würden als Söldner bezeichnet und bald getötet werden, wenn wir noch länger hier bleiben.

Bevor wir aus Tripolis geflohen sind, habe ich schreckliche Geräusche von Schüssen und Explosionen gehört. Wir hatten alle große Angst, bis wir im Camp angekommen sind. Wir konnten nicht einmal unsere Kleidung oder andere Sachen mitnehmen, und jetzt habe ich nichts anzuziehen außer dieser Hose und diesem Pulli.

Als wir im Flüchtlingscamp angekommen sind, haben sie uns ein Zelt, Matratzen und Decken gegeben. Wir sieben schlafen im Zelt eng nebeneinander, weil es nachts so kalt wird.

Meine Mutter ist Hausfrau, und mein Vater hat in Libyen als Schweißer gearbeitet und gerade genug Geld verdient, um wichtige Sachen wie Lebensmittel und meine Schulgebühren zu bezahlen. Ich bin der Jüngste unter meinen Geschwistern und der einzige, der zur Schule geht. Meine Geschwister gehen nicht zur Schule, weil mein Vater sich die Gebühren nicht leisten kann.

Baustein 2

Die Schule, der Unterricht, meine Freunde und Lehrer in Tripolis fehlen mir sehr, und ich weiß nicht, ob wir wieder nach Libyen zurückgehen können. Ich habe keine Ahnung, ob wir in ein anderes Land ziehen werden oder sogar in diesem Flüchtlingslager in Tunesien bleiben müssen.

Am Anfang war ich sehr traurig, als wir im Camp angekommen sind. Aber heute hat mir ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation einen Fußball gegeben. Jetzt habe ich viel Spaß mit den anderen Kindern beim Fußballspielen.

Meine Eltern und Geschwister sagen immer, dass ich mich anstrengen und die Schule abschließen und dann Architekt werden soll. Ich möchte den Wunsch meiner Familie sehr gern erfüllen, aber ich mag auch Fußball sehr und möchte ein berühmter Spieler wie David Beckham werden. Mein größter Wunsch ist, an einem sicheren Ort zu leben – mit meiner ganzen Familie und allen Freunden um mich herum.“

extras

libyen

Einwohner: ca. 6,3 Millionen (Vergleich Deutschland: ca. 82 Millionen)

Größe: 1,76 Millionen km² (Vergleich Deutschland: 357.111 km²)

Landessprache: Arabisch

Hauptstadt: Tripolis

infos

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