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Alle 30 Sekunden stirbt ein Kind

24.04.2009 - Malaria ist weiter eine der häufigsten Todesursachen für Kinder in den Entwicklungsländern. Noch immer stirbt alle 30 Sekunden ein Kind an der Tropenkrankheit - das sind rund 800.000 Todesfälle pro Jahr. Doch mittlerweile wurde in den von Malaria betroffenen afrikanischen Ländern die Vorbeugung deutlich verbessert. Mehr als 40 Prozent der gefährdeten Familien haben jetzt Moskitonetze zum Schutz vor der  Übertragung des Erregers. UNICEF ist weltweit führend bei der Beschaffung der lebensrettenden Netze. Allein im vergangenen Jahr waren es 20 Millionen Exemplare.

In dem neuen Bericht „Malaria & Kinder - Fortschritte bei der Interventionsabdeckung 2009“ hat UNICEF gemeinsam mit der Initiative „Roll back Malaria“ und dem Globalen Fonds zum Kampf gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria die neuesten Daten aus allen von Malaria betroffenen Ländern zusammengetragen. Demnach gibt es deutliche Fortschritte. Die Verteilung von mit Insektenschutzmitteln imprägnierten Moskitonetzen, die nach wie vor den besten Schutz gegen die durch Moskitos übertragene Krankheit bieten, hat sich seit 2004 mehr als verdreifacht. Schwierig ist nach wie vor die Behandlung von  Malaria. Ähnlich wie bei anderen für Kinder gefährlichen Krankheiten wie Lungenentzündungen oder Durchfall stehen in Afrika oft nur veraltete und schlecht wirksame Medikamente zur Verfügung. Hinzu kommt, dass der Malaria-Erreger sehr anpassungsfähig ist und schnell Resistenzen auch gegen relativ neue Wirkstoffe entwickelt.

„Malaria tötet jährlich schätzungsweise eine Million Menschen - die meisten Opfer sind Kinder in Afrika“, sagte UNICEF Direktorin Anne Veneman. „Malaria trifft zudem rund 50 Millionen schwangere Frauen pro Jahr - sie leiden unter Blutarmut, ihre Kinder kommen mit einem zu geringen Gewicht auf die Welt und viele erkrankte Mütter sterben bei der Geburt.“

Schätzungen gehen davon aus, dass in zehn afrikanischen Ländern zwischen 2001 und 2007 rund 125.000 Todesfälle durch Malaria verhindert werden konnten. Bis zum Jahr 2008 wurden in Afrika insgesamt rund 100 Millionen Netze ausgegeben - meist in Gesundheitsstationen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge oder in Verbindung mit Impfkampagnen.

Malaria - Eine Krankheit der Armen

Etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung leben in Regionen, in denen Malaria verbreitet ist. Die Krankheit kommt vor in 107 Ländern vor, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent und in Südostasien. Der Malaria-Erreger wird von der Anopheles-Mücke übertragen, die besonders nachts zusticht. Die Krankheit trifft vor allem die Armen: Kinder und schwangere Frauen, die in beengten und unhygienischen Verhältnissen und in der Nähe stehender Gewässer leben.

Malaria ist heilbar, wenn die Erkrankung frühzeitig festgestellt und medizinisch behandelt wird. Ohne sofortige und wirksame Behandlung können vor allem Kinder jedoch innerhalb von 24 Stunden sterben. Typische Malaria-Symptome sind Kopfschmerzen, Erschöpfung und Muskelschmerzen. Wiederkehrende heftige Fieberanfälle können zum Koma und schließlich zum Tod führen. Trotz Fortschritten in der Malariaforschung gibt es bis heute keinen wirksamen Impfstoff. Wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung sind deshalb die mit Insektenschutzmitteln präparierten Moskitonetze, die zum einen die Moskitostiche verhindern und auch noch die Moskitos abtöten.