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Panoramabild "Mädchen"

Mädchen - noch immer benachteiligt

In vielen Ländern sind Mädchen und Frauen noch immer benachteiligt. Oft werden sie geringer geschätzt als Jungen und Männer. Diese schlechtere Behandlung zeigt sich in vielen Bereichen. Mädchen haben von klein auf geringere Überlebens- und Entwicklungschancen als Jungen. Mädchen werden oft schlechter ernährt und medizinisch versorgt, sie dürfen seltener zur Schule gehen, sie müssen schwerer arbeiten und sie sind vielfältiger Gewalt ausgesetzt. Zum Beispiel werden sie oft gegen ihren Willen verheiratet und dürfen ihr Leben nicht selbst bestimmen. Mädchen lernen von Anfang an, dass sie sich in ihr Schicksal fügen müssen. Deshalb ist es selbst für erwachsene Frauen nicht leicht, sich zu befreien und ihr Leben in die Hand zu nehmen.

Aber es gibt auch Mut machende Beispiele von Mädchen und Frauen, die zeigen, wie sie sich aus der Benachteiligung befreien können. Dass alle Mädchen und Jungen auf der ganzen Welt gleichberechtigt sind, ist in Artikel 2 der UN-Kinderrechskonvention festgeschrieben, die von fast allen Ländern anerkannt wurde.
 

Warum manche Eltern lieber Söhne wollen

In vielen Ländern wollen Eltern unbedingt Söhne haben. In einigen Regionen Indiens z.B. wohnen Söhne auch als Erwachsene mit ihren Familien zusammen und versorgen sie im Alter. Töchter dagegen gehören nach der Heirat zur Familie ihres Mannes, in der sie die Schwiegereltern und den Ehemann versorgen müssen. Der Schwiegersohn und seine Familie erwarten außerdem eine Mitgift von den Eltern des Mädchens, d.h. Geld oder Sachwerte. 

Zwar ist die Mitgift in Indien mittlerweile gesetzlich verboten, die Eltern zahlen aber trotzdem. Denn eine unverheiratete Tochter gilt als Schande. Viele Familien, besonders wenn sie mehrere Töchter haben, wissen nicht, wie sie die Mitgift bezahlen sollen. Manche Eltern lassen deshalb schon vor der Geburt das Geschlecht des Babys feststellen. Ist es ein Mädchen, wird es häufig abgetrieben. In China werden Mädchen oft nach der Geburt getötet, weil Eltern wegen des raschen Wachsens der Bevölkerung nur ein Kind haben dürfen (das soll ein Junge sein).

Weltweit sterben jährlich ca. 1,5 Millionen Mädchen in den ersten fünf Lebensjahren nur weil sie Mädchen sind, weil sie schlechter ernährt und versorgt werden als Jungen und weniger gut medizinisch betreut. Allerdings ist es sehr kurzsichtig gedacht, hauptsächlich Jungen groß werden zu lassen. Denn zum Leben und zur Weiterentwicklung braucht jede Familie und jedes Land beide: junge Männer und junge Frauen.
 

Mädchen gehen seltener zur Schule

Von den etwa 61 Millionen Kindern im Grundschulalter, die weltweit nicht zur Schule gehen, sind mehr als die Hälfte Mädchen, vor allem aus dem Süden Afrikas und Südasien. In den meisten Entwicklungsländern werden Mädchen seltener eingeschult als Jungen, besuchen weniger häufig weiterführende Schulen und brechen den Schulbesuch häufiger ab. Es gibt weltweit über 770 Millionen Analphabeten, das sind Menschen, die nicht lesen und schreiben können. Zwei Drittel davon sind Mädchen und Frauen.

Gründe dafür, dass viele Mädchen nicht zur Schule gehen, gibt es mehrere. Nicht alle Familien verstehen den Wert der Bildung für Mädchen. Sie glauben, Schule sei überflüssig, weil ein Mädchen ja heiratet. Wenn der Schulbesuch dann Geld kostet, der Schulweg lang und unsicher ist und die Arbeitskraft der Kinder zu Hause gebraucht wird, werden eher die Jungen als die Mädchen zur Schule geschickt. Eltern lassen sich leichter vom Schulbesuch für ihre Töchter überzeugen, wenn sich die ganze Dorfgemeinschaft dafür einsetzt. Das Vertrauen der Eltern in die Schule wächst auch, wenn die Mädchen von einheimischen Lehrerinnen unterrichtet werden und sanitäre Anlagen für Mädchen vorhanden sind. Für die Mädchen sind diese Frauen gleichzeitig Vorbilder, die sie zu weiteren Lernanstrengungen ermutigen.

Auch in der Entwicklungszusammenarbeit wurde bisher zu wenig auf den Schulbesuch der Mädchen geachtet. In welchem Ausmaß gut ausgebildete Mädchen und Frauen zur Entwicklung ihres Landes beitragen, wird noch nicht genug berücksichtigt. Bildung für Mädchen bedeutet Bildung für die ganze Familie. Dadurch gewinnen auch die Jungen und Männer. Mädchen, die zur Schule gehen, heiraten später und bekommen weniger Kinder. Gebildete Frauen setzen in der Regel alles daran, ihre Kinder ebenfalls in die Schule zu schicken. Sie sind in der Lage, besser für die Gesundheit ihrer Familie zu sorgen und mehr Geld zu verdienen. Je höher die Schulbildung einer Frau ist, desto weniger lässt sie sich in ihrer Familie oder ihrer sozialen Umgebung unterdrücken oder ausbeuten.

Mädchen werden beschnitten

In Afrika und Nahost ist die Beschneidung von Mädchen noch weit verbreitet. Aber selbst bei manchen Einwanderungsfamilien in Nordamerika und in Europa werden noch Mädchen beschnitten. Dabei wird den Mädchen ein Teil der äußeren Geschlechtsorgane herausgeschnitten. Die Beschneidung wird von älteren Frauen des Dorfes an wenige Tage alten Babys, aber auch an Mädchen in der Pubertät vorgenommen. Meist wird die äußerst schmerzhafte Operation ohne chirurgische Instrumente oder Fachwissen und ohne Betäubung durchgeführt. Durch die Beschneidung werden Mädchen verstümmelt. Viele behalten für immer gesundheitliche Probleme, manche werden durch Infektionen und Blutverlust schwer krank, einige sterben.

Die Beschneidung soll die jungfräuliche Reinheit der Mädchen für die Ehe garantieren. Mütter lassen ihre Töchter beschneiden, weil sie Sorge haben, diese könnten sonst keinen Mann finden. Deshalb lassen auch Frauen, die selbst unter der Beschneidung gelitten haben, ihre Töchter dennoch beschneiden. Obwohl die Frauen sich allmählich gegen die Beschneidung auflehnen, wird sie traditionell von Frauen durchgeführt und mit der Unterstützung von Männern aufrechterhalten. Aber es gibt gute Beispiele, wie die Tradition gestoppt werden kann: zum Beispiel im Senegal, wo sich ganze Dorfgemeinschaften mit Unterstützung von UNICEF gegen die Beschneidung ihrer Mädchen zusammenschließen.

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Unterzeile zu unicefTV Mädchenbeschneidung

Thema dieser unicefTV-Folge: Die Beschneidung von Mädchen.

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Kinder benötigen besonderen Schutz und haben deshalb auch besondere Rechte. Alles über die "Konvention über die Rechte des Kindes" und viele Informationen zu dem Thema findest Du auf den younicef-Kinderrechte-Seiten.

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Sonderheft "Kinder vor Gewalt schützen" (pdf / 9,53 MB)

Starke Frauen - starke Kinder (pdf / 257 KB)Zusammenfassung des UNICEF-Jahresberichts

Zahlen und Fakten (pdf / 336 KB)zum Thema Menschenrechtsverletzungen an Frauen und Mädchen

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