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Lilly Grass über Malawi und ihren Einsatz für UNICEF

Die 18-jährige JuniorBotschafterin Lilly Grass nahm im September 2010 an einer UNICEF-Projektreise nach Malawi teil. Nun wurde Sie eingeladen, bei der Verleihung des Internationalen Buchpreises "Corine" die Laudatio für den jungen malawischen Autor William Kamkwamba ("Der Junge, der den Wind einfing") zu sprechen. Über ihre Eindrücke und Erfahrungen aus Malawi sowie ihr Engagement für UNICEF und die Kinder dieser Welt, haben wir mit Lilly gesprochen.

Lilly, Du warst im September 2010 mit einer Gruppe ausgewählter ehrenamtlicher UNICEF-Mitarbeiter im ostafrikanischen Land Malawi. Was bleibt Dir von dieser Reise, positiv wie negativ, besonders im Gedächtnis?

Die kurze Woche in Malawi war die spannendste und außergewöhnlichste Woche in meinem ganzen Leben. Schon lange habe ich davon geträumt in das südliche Afrika reisen zu können und wirklich einmal mitzuerleben, für was ich mich regelmäßig einsetze und engagiere: Die UNICEF-Projektarbeit. Ich durfte ein wunderschönes Land mit offenen und herzlichen Menschen kennen lernen, die mir sofort vertraut schienen. Ich habe mich, wo auch immer ich hinkam, willkommen gefühlt und eine wundervolle Zeit erlebt. Die Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe, haben mir viel Motivation gegeben mich weiter zu engagieren. Nicht wegen der Armut, die ich dort leider gesehen habe, sondern wegen der Hoffnung und der Initiative der Menschen in Malawi.

Was wusstest Du vorher über das Land Malawi? Haben sich Deine Erwartungen erfüllt oder gab es Dinge, die ganz anders waren, als Du Sie Dir vorgestellt hast?

Mir war unklar, wie ich mir die UNICEF-Projekte in Malawi vorstellen sollte und stellte mir die Kommunikation zwischen den vielen Beteiligten sehr schwer vor. Meine Erwartungen wurden in diesem Bereich weit übertroffen und ich bin beeindruckt von dem Einsatz der Einheimischen. Es hat sich mir bestätigt, dass UNICEF eine Organisation ist, die nachhaltig wirkt, d.h auf lange Zeit hin verändert und verbessert. In allen Projekten wird der Schwerpunkt auf eine zukunftsorientierte Hilfe gelegt, die auch ohne die dauerhafte Hilfe von UNICEF funktionieren kann. So wussten z.B. die Menschen eines Wasserprojekts, in dem eine Wasserpumpe für über 1000 Menschen aus den umliegenden Dörfern installiert wurde, genau, wie die Pumpe bei möglichen Schäden repariert werden kann. Außerdem gibt jede Familie monatlich einen geringen Betrag umso im Falle eines Schadens Ersatzteile kaufen zu können.

Erzähl uns doch etwas von den UNICEF-Projekten, die Du gemeinsam mit der Gruppe besucht hast.

Am meisten berührt hat mich das Community Based Child Care Center, eine Kinderkrippe für alle Kinder zwischen 3 und 6 Jahren. Viele von ihnen waren Waisen und lebten bei ihren Großeltern, von denen sie wenig Versorgung oder Geborgenheit erfuhren. Leider bot dieses Projekt den Kindern nur am Vormittag Beschäftigung und die wenigen Betreuerinnen waren nicht genug für die 88 Kinder. Auch in den Grundschulen bin ich Kindern begegnet, denen es körperlich nicht gut ging. Ich fand heraus, dass es für sie ganz normal war nur einmal am Tag zu essen und mit Hunger ins Bett zu gehen. Trotzdem waren all diese Kinder glücklich und wussten es zu schätzen in die Schule zu gehen. Die meisten hatten große Zukunftspläne und wollten einmal Arzt, Krankenschwester oder Polizist werden. Zudem waren die UNICEF-Schulen nach dem Prinzip der Kinderfreundlichkeit gebaut worden. Es wird auch besonders Wert darauf gelegt die immer noch benachteiligten Mädchen in die Schule zu schicken. Deshalb ist es auch von höchster Priorität, dass es an jeder Schule Latrinen gibt.

Nun hast Du bei der Verleihung des Internationalen Buchpreises eine Rede für den jungen malawischen Autor William Kamkwamba gehalten. Kannst Du uns etwas über ihn und sein Buch erzählen?

William Kamkwamba beschreibt in seinem Buch „Der Junge, der den Wind einfing“ zunächst seine glückliche Kindheit in Malawi. Schon früh interessiert er sich dafür wie die Dinge funktionieren und nimmt Radios und Dynamos auseinander. Durch eine große Hungersnot muss die Familie um das Überleben kämpfen und hat kein Geld mehr für die Schule. Der 14-jährige William leiht sich jedoch Bücher in der Bibliothek und entdeckt das Abbild eines Windrads in einem Physikbuch. Über Monate hinweg sammelt er Schrott und verrostete Fahrradteile und baut so ein eigenes Windrad. William kann nun das Haus seiner Familie mit Strom und später auch mit Wasser versorgen. Seine Worte bei der Preisverleihung in München waren: “Wenn Du einen Traum hast, dann setze alles daran ihn zu verwirklichen - alles ist möglich!“. Dieses Motto sollte jeder in seinem Herzen tragen!

Warum engagierst Du Dich für UNICEF und seit wann?

Ich engagiere mich bereits seit 2003 für UNICEF. Ich wollte etwas verändern, meinen Teil dazu beitragen anderen Kindern auf dieser Welt zu helfen. Außerdem gefiel mir die Idee, kreativ eigene Aktionen zu starten und andere Menschen zu informieren. UNICEF ist ein unverzichtbarer Teil meines Lebens und ich weiß, dass ich etwas verändern kann, dass ich ernst genommen werde und sich durch mein Engagement etwas ändert. Denn viele kleine Taten können gemeinsam Großes bewirken und gemeinsam werden wir die Welt verbessern und die Kinderrechte so weit wie möglich durchsetzen!

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terminübersicht

Der JuniorBotschafter-Wettbewerb läuft das ganze Schuljahr 2010/2011.

20. November 2010: Aktionstag zum Thema "Kinder und Krieg"

31. März 2011: Einsendeschluss für alle Anmeldungen zum Wettbewerb

30. Mai 2011: JuniorBotschafter-Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche