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Panoramabild "Mädchen"

24 Stunden in Niger

Mädchen werden in vielen Ländern wie Menschen zweiter Klasser behandelt: Sie werden schlechter ernährt und medizinisch versorgt, müssen viel arbeiten und dürfen nicht zur Schule gehen. Im westafrikanischen Niger z.B. geht nur weniger als die Hälfte der Mädchen zur Schule. Die Geschichten von Bassira, Tanalher und Djamila stehen stellvertretend für das Leben vieler Kinder in einem der ärmsten Länder der Erde und zeigen, wie UNICEF hilft.

Endlich Schule!

Tanalher Abdoulaye steht um 7 Uhr morgens auf. Nachdem sie gebetet hat, nimmt die Elfjährige sich einen Bissen zum Frühstück – meist der Rest des letzten Tages – und macht sich dann auf den Weg zur Schule. Ihre Schule ist nicht weit von zu Hause entfernt. Die Wände der zwei Klassenräume bestehen aus Palmblättermatten, die von den Müttern der Schüler gewebt wurden. Aber sonst sieht die Schule aus wie jede andere im Norden Nigers. Vor noch nicht langer Zeit war die Dorfgemeinschaft nicht sehr begeistert von der Idee, auch Mädchen in die Schule zu schicken. Man war der Meinung, dass gebildete Mädchen aufsässige Frauen werden und dass „Mädchen, die zur Schule gehen, ihrem Ehemann nicht gehorchen“, sagt Atti Ali, Tanalhers Mutter. Aber die Dinge haben sich geändert: „Heute schicken die meisten Eltern ihre Kinder gerne zur Schule."
Lest hier Tanalhers Geschichte (pdf)

Ein Brunnen für Djamila

Ungefähr um 10 Uhr geht die 10-jährige Djamila das erste Mal am Morgen zum Brunnen. Acht mal täglich geht sie den Weg von ihrem Zuhause, einer Nomaden Siedlung, zum Brunnen in dem Dorf Garin Goulbi. In der Siedlung, wo sie mit ihrer Familie lebt, gibt es keine Wasserpumpe. Hier leben vor allem Hirten, die die Kühe, Schafe und Ziegen der Dorfbewohner hüten. Bis der neue UNICEF-Brunnen gebaut wurde, gab es auch in Garin Goulbi kein sauberes Trinkwasser. Es gab einen alten Brunnen, aber das Wasser konnte nicht gefahrlos getrunken werden. Djamila versteht jetzt genau den Zusammenhang zwischen Wasser und Gesundheit. Sie glaubt, dass ihr Bruder von dem Wasser aus dem alten Brunnen krank geworden und gestorben ist.
Lest hier Djamilas Geschichte (pdf)

Biba, 15, Hausmädchen

Biba Saidou ist eine „little maid“, ein Hausmädchen. Das 15-jährige Mädchen arbeitet zwölf Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Sie erledigt im Haus ihres Chefs alle anfallenden Hausarbeiten, sie putzt, sie spült, sie kauft ein und sie kocht. Aber sie selbst bekommt nicht viel zu essen. Zum Mittag kocht sie meistens Reis mit Sauce, davon darf sie sich einen kleinen Teller beiseite stellen und am Abend mitnehmen. Um 19 Uhr kann sie nach Hause gehen.

Trotzdem beschwert sich Biba nicht. Über ihren Job spricht sie sachlich und sagt, sie fühle sich nicht ausgebeutet. In dem Haus, in dem sie vorher gearbeitet hat, war die Arbeit noch härter und ihr früherer Arbeitgeber viel strenger. „Ich würde lieber zur Schule gehen als zu arbeiten, aber sie würden mich wegen meinem Alter nicht aufnehmen“, sagt sie.
Lest hier Bibas Geschichte (pdf)

Bariras lange Tage

Barira ist erst zwölf Jahre alt. Sie steht bei Sonnenaufgang auf, aber geht nie vor 22 Uhr abends schlafen. Ihre Mutter hat sie zu ihrer Großmutter geschickt und dort lebt sie jetzt in einem Dorf in Safo Nassaraoua, südwestlich von Maradi. Aufgrund der langen Familientradition wurde vereinbart, dass Barira ihrer Großmutter im Haus hilft. Neben Bariras Großeltern, dem Onkel und der Tante, leben noch elf weitere Kinder in dem Haushalt. Das heißt, es gibt viel zu tun. Aber Bariras Arbeitspensum hat sich so gesteigert, dass sie jetzt ständig schuftet, als Hausmädchen zu Hause und beim Verkauf von Waren auf dem Markt in Maradi. Traditionell werden Kinder in Niger von ihren Eltern oft zu nahen oder auch entfernten Verwandten gegeben - möglichst zu Angehörigen in eine Stadt. Denn die Eltern hoffen, dass ihre Kinder dort zur Schule gehen oder einen Handel lernen können.  Barira empfindet ihr Leben als ganz normal, obwohl sie zugibt, dass sie niemanden kennt, der härter arbeitet als sie.
Lest hier Bariras Geschichte (pdf)

Hier könnt Ihr Euch eine Fotoreportage anschauen. Hier gibt es noch mehr Infos zur UNICEF-Arbeit in Niger.

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downloads

UNICEF Sonderheft "Kinder vor Gewalt schützen" (pdf / 9,53 MB)

Starke Frauen - starke Kinder (pdf / 257 KB)Zusammenfassung des UNICEF-Jahresberichts

Zahlen und Fakten (pdf / 336 KB)zum Thema Menschenrechtsverletzungen an Frauen und Mädchen

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