kinder mit behinderung - storys

Panoramabild "Kinder mit Behinderung"

Ein neues Bein für Chhorn Na

Krieg und Behinderung

Viele Menschen haben im Krieg sehr viel Gewalt erlebt, zum Beispiel in Kambodscha, Angola oder Mosambik. Hier gibt es besonders viele kriegsbedingte Behinderte, darunter auch viele Kinder, so wie der zwölfjährige Chhorn Na aus Kambodscha, einem Land in Asien.

Chhorn Na aus Kambodscha ist der Sohn eines Reisbauern. Er war 6 Jahre alt, als er wie jeden Tag die Kühe seiner Familie auf die Weide trieb. Plötzlich gab es einen gewaltigen Knall. Chhorn Na fühlte einen schrecklichen Schmerz und verlor das Bewusstsein. Er war auf eine Mine getreten. Ein Nachbar hörte die Explosion und trug den Jungen nach Hause. Die Mutter brachte ihn ins Krankenhaus. Chhorn Nas linkes Bein musste knapp unter dem Knie amputiert werden.

Ein Onkel schnitt ihm einen Stock als Krücke zurecht. Geld für weitere Hilfe hatte die Familie nicht. Chhorn Na kroch auf Knien zur Schule, denn er wollte weiter lernen. Aber mit 12 Jahren war er immer noch in der ersten Klasse.

Der Weg zur Schule war weit, und Chhorn Na musste auch mit einem Bein die Kühe hüten oder auf seine kleinen Geschwister aufpassen. Sechs Jahre lang lebte er auf Knien.

Dann bekam er Hilfe von UNICEF. Eine Werkstatt erstellte ein künstliches Bein für Chhorn. So konnte er lernen, wieder auf zwei Beinen zu gehen. Er hofft, dass die Werkstatt ihm weiterhin helfen kann. Denn alle drei Monate muss sein neues Bein nachgestellt werden, damit es mit Chhorn Na mitwachsen kann.

Schon für 25 Euro kann UNICEF einem Kind ein paar stabile Krücken zur Verfügung stellen, für 125 Euro eine Unterschenkelprothese.
 

 
Rafi, Minenopfer in Afghanistan

"Ich dachte, das Leben ist zu Ende"

Rafi lacht. Stolz präsentiert der 13-jährige Junge sein rotes Kinderfahrrad. Dann zieht er demonstrativ sein linkes Hosenbein hoch. Hervor schaut ein blaugrauer Holzstumpf, an dem ein Turnschuh befestigt ist. Er schwingt sich in die Pedalen und gleitet elegant durch den tristen Hof einer alten Fabrik im verwüsteten Süden der afghanischen Hauptstadt Kabul.

Rafi hatte Glück im Unglück. Er war sechs Jahre alt, als er auf dem Weg zum Markt auf eine Mine trat. „Als ich aufwachte, wusste ich gleich, dass etwas Schreckliches passiert war“, sagt er. „Ich hatte schreckliche Schmerzen. Ich dachte, das Leben ist zu Ende.“

In Afghanistan gibt es Tausende Kinder und Jugendliche, die durch Minen oder Granatsplitter gelähmt sind oder Arme und Beine verloren haben. Das UNICEF-Programm soll ihnen auch Selbstbewusstsein und Zuversicht vermitteln. Rafi und seine Freunde organisieren zum Beispiel Fahrraddemonstrationen durch die Straßen Kabuls für die Rechte Behinderter oder rufen zu den landesweiten Impftagen gegen Kinderlähmung auf.

„Ich möchte gerne mein rotes Fahrrad behalten“, sagt Rafi, als er seine Runde gedreht hat. „Nach dem Training bekommst du ein eigenes“, antwortet UNICEF-Mitarbeiterin Rafiza Rasuly. „Die Bedingung ist, dass du damit zur Schule fährst!“ 

Behinderte Kinder werden überall auf der Welt als erste vergessen. Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg sind die allermeisten Menschen in Afghanistan weiter vor allem mit dem eigenen Überleben beschäftigt, so dass diese Kinder vielfach sich selbst überlassen bleiben. Wenn schon die medizinische Versorgung und die Schulen für die „Gesunden“ kaum funktionieren – wie dann für die behinderten Kinder mit ihren speziellen Bedürfnissen?

Heute ist Rafi ein fröhlicher Junge, der versucht, trotz seiner Behinderung einen Platz im Leben zu finden. Hilfe fand er bei einer Nichtregierungsorganisation, der Afghan Amputee Bicyclists for Rehabilitation and Recreation (AABRAR).

UNICEF finanziert dieses Rehabilitationsprogramm für minen- und kriegsverletzte Mädchen und Jungen und berät bei der Entwicklung der Hilfsmaßnahmen. Die Kinder erhalten dort Krankengymnastik und lernen sich mit Hilfe ihrer künstlichen Prothesen zu bewegen. In Werkstätten lernen sie Fahrräder zusammenzubauen und besuchen Nähkurse. „Wir wollen demnächst auch ein Auto anschaffen, mit dem die behinderten jungen Frauen einen kleinen Transportdienst aufmachen“, erzählt Rafiza Rasuly.
 

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