beteiligung

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Eine Pfadfindergruppe.

Die Bedeutung von Beteiligung

Die Bedeutung einer wirksamen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen für eine nachhaltige Demokratieentwicklung ist mittlerweile unbestritten. So betont auch die Bundesregierung in ihrem Nationalen Aktionsplan „Für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2010“ (BMFSFJ 2005), sie wolle sich besonders dafür einsetzen, „die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden verbindlich zu regeln“. Kinder- und Beteiligungsrechte sollen in Bildungs- und Erziehungsplänen, Ausbildungs- und Studienordnungen und in spezifischen Weiterbildungsangeboten für einschlägige Fachkräfte verankert werden.
 

Beteiligungsrechte bereits verankert

Beteiligungsrechte von Kindern sind im Übrigen nicht erst in der UN-Kinderrechtskonvention, sondern bereits im Grundgesetz („Die Rechtsfähigkeit des Menschen beginnt mit der Vollendung der Geburt“, BGB § 1) und im Sozialgesetzbuch VIII/KJHG verankert. Nach § 8 des SGB VIII haben Kinder „ein Recht auf entwicklungsgemäße Beteiligung an allen sie betreffenden Entscheidungen der Jugendhilfe". Auch die Kultusministerkonferenz bekennt sich in einer Erklärung vom März 2006 „ausdrücklich zu der Kinderrechtskonvention“ und ihrer Umsetzung in allen Schulstufen und -arten.
 

Weiter Interpretationsspielraum

Über die Beteiligung von Kindern wird viel gesprochen und geschrieben, in der Wirklichkeit ist es aber mit der Beteiligung nicht so weit her. Das liegt insbesondere daran, dass Elternrechte höher eingeschätzt werden als Kinderrechte und in den Schulen die Rechte der Kinder (und ihrer Eltern) in besonderen Schulgesetzen geregelt sind. Außerdem bietet die Formulierung des „Kinderrechts auf Beteiligung“ einen weiten Interpretationsspielraum. Was bedeutet z.B. „entwicklungsgemäße“ Beteiligung und welches sind „ein Kind betreffende Angelegenheiten oder Entscheidungen“ bzw. welche Angelegenheiten und Entscheidungen betreffen ein Kind nicht? Ob und wie Kinder ihr Recht auf Beteiligung wahrnehmen können, liegt in der Verantwortung der Erwachsenen und hängt weitgehend von deren Demokratieverständnis und gutem Willen ab.

In der Schule können Kinder auf verschiedene Weise Beteiligung erfahren. Ziel sollte sein, dass sie in allen Bereichen schulischen Lernens und Lebens beteiligt werden. In vielen Schulen eingeführt, aber häufig noch verbesserungsbedürftig, sind bisher die Klassensprecher-Wahl und der Klassenrat.

Klassensprecher

Hierbei können Kinder ein demokratisches Wahlverhalten einüben. Dafür muss aber gewährleistet sein, dass diese Möglichkeit auch genutzt wird. Die Aufgaben der Klassensprecherin / des Klassensprechers als Abgeordnete ihrer Klasse und nicht als Hilfslehrkraft müssen ebenso wie das Wahlverfahren definiert und gestaltet werden. Hierfür gibt es mittlerweile hilfreiche didaktische Materialien (s. unter „Informations- und Unterrichtsmaterialien“).

Klassenrat

Der Klassenrat ist die Versammlung aller Kinder einer Klasse. Hier haben alle Kinder die Möglichkeit, direkt mitzureden und mitzuentscheiden. Auch zum Thema Klassenrat gibt es mittlerweile zahlreiche didaktische Materialien, Erfahrungsberichte, Filme und Literatur (s. unter „Informations- und Unterrichtsmaterialien").

extras

unterrichtsmaterial

Projekt: Beteiligung vor Ort
Bundeszentrale für politische Bildung. Zur Website der bpb

Bundesjugendkuratorium: Beteiligung von Kindern und Jugendlichen – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Stellungnahme des Bundesjugend- kuratoriums vom 30. Juni 2009.
Download der PDF-Datei auf der Website des Bundesjugendkuratoriums

Demokratie verstehen lernen: Elf Bausteine zur politischen Bildung in der Grundschule.
Mit einer DVD mit Arbeitsblättern. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2008. Enthält u.a. eine Unterrichtseinheit zu „Klassensprecherwahl und Klassenrat“. Zum Material "Demokratie verstehen lernen"

Klasse werden – Klasse sein!
Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik. Download von PDF-Dateien unter:

degede.de/klassenrat-medien.0.html