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Demokratische Volksrepublik Laos

Baustein 1

Laos ist ein Land im Süd-Osten Asiens. Es grenzt im Norden an China und Myanmar, im Westen an Thailand, im Osten an Vietnam und im Süden an Kambodscha. Die meisten Menschen sprechen hier Lao, aber es gibt unter den zahlreichen Völkern, die in Laos leben, auch noch viele weitere Sprachen. Die Hauptstadt von Laos ist Vientiane.

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Kindheit in Laos: Ndsai und Shoa

Baustein 2

Shoa, 7, und seine Schwester Ndsai, 10, leben in Ban Buac Kwai im Norden von Laos. Sie gehören zum Volk der Hmong. Die Hmong kommen ursprünglich aus China, leben aber seit über 200 Jahren auch in den nördlichen Gebieten von Vietnam, Thailand und Laos. In den letzten 30 Jahren gab es immer wieder politische Unruhen und Kriege, so dass viele Hmong in die USA, nach Französisch-Guayana (ein kleines Land in Südamerika) und nach Kanada geflohen sind.  Die Hmong sprechen viele verschiedene Sprachen. Auch Shoa und Ndsai sprechen in ihrem Dorf eine Sprache, die sich von der Landessprache Lao unterscheidet. In der kleinen Dorfschule lernen sie aber auch Lao.

Fotostrecke: Shoa und Ndsai aus Laos

Fotostrecke: Shoas und Ndsais Alltag

Fotostrecke: Kindheit in Laos

Das ist Ndsai. Sie ist 10 Jahre alt und lebt in einem Dorf in Nord-Laos. 

Ihr Bruder Shoa, hier in der Mitte, ist sieben Jahre alt. Die beiden haben noch sechs weitere Geschwister. 

Shoa und Ndsai, hier mit ihrer Familie, gehören zum Volk der Hmong. Die Hmong sprechen viele verschiedene Sprachen, die sich alle von der Landessprache Lao unterscheiden.

Das Dorf besteht aus einer Schule und rund 60 einfachen Bambus-Hütten, die die Familien selbst gebaut haben.

Die einfachen Bambushütten haben oft nur sehr dünne Wände. Der Boden im Haus unterscheidet sich nicht von dem vor dem Haus. 

Ndsai und Shoa besuchen die kleine Schule im Dorf. Neben ihnen lernen dort rund 140 Kinder lesen, rechnen und schreiben.

Der Lehrer unterrichtet die Kinder in der Landessprache Lao, damit sie später auch in anderen Dörfern leben und arbeiten und sich dort verständigen können.

Ndsai muss sich das Schulbuch mit ihren Mitschülerinnen teilen, denn es gibt nicht genügend Bücher für alle. 

Die Mittagspause nutzen die Kinder um etwas zu essen und ihren Eltern bei der Hausarbeit zu helfen. 

Sie müssen zum Beispiel Wasser holen ...

... die Tiere versorgen, ...

... oder wie die zehnjährige Boc Hua Getreide mahlen. 

Auch Wäsche waschen ist häufig Aufgabe der Kinder. Am Fluss waschen sie erst die Wäsche und später sich selbst.

Die Spielzeuge der Kinder sind oft einfach und selbstgebaut, so wie diese Holzroller mit denen die Jungs einen Berg hinunter rasen. 

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Das Dorf Ban Buac Kwai

Baustein 3

Das Dorf, in dem Shoa und Ndsai mit ihrer Familie leben, liegt 1.600 Meter über dem Meeresspiegel hoch in den grünen Bergen. Etwa 60 Familien leben dort. Das Dorf liegt sehr abgeschieden, lediglich ein steiler Pfad führt in einem fünfstündigen Fußmarsch zur nächsten Straße. Von der Straße sind es noch einmal zwei Stunden bis zur nächsten Stadt. Für Fahrzeuge gibt es einen weiteren Weg, der jedoch länger ist und in der Regenzeit nicht passierbar.  

Mehr als 50 Prozent der rund 450 Dorfbewohner sind jünger als 20 Jahre. Es gibt keine Geschäfte, Restaurants, keine Apotheke oder kein Krankenhaus. Die Schule ist das einzige Gebäude neben den Privathäusern der Dorfbewohner. Jeder hier hat den gleichen Beruf: Bauer. Die drei Lehrer sind die einzige Ausnahme.

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Schule – keine Selbstverständlichkeit

Baustein 4

Shoa und Ndsai besuchen die kleine Schule in ihrem Dorf. Dort lernen sie zum Beispiel Lao, die offizielle Sprache in Laos. Für sie ist nur schwer zu verstehen, warum sie diese Sprache lernen sollen, denn in ihrem Dorf wird sie nicht gesprochen. Sie gucken auch kein Fernsehen und lesen keine Zeitung. Die Sprache ist aber wichtig für ihre Zukunft: Sie müssen sie beherrschen, wenn sie vielleicht einmal im Tal leben und arbeiten möchten.

Im Dorf leben neben den beiden Geschwistern noch ca. 140 andere Kinder im schulfähigen Alter. Gerade in der Erntezeit müssen viele Kinder aber ihre Familien unterstützen, so dass sie nicht zur Schule gehen können. Auch sonst müssen Shoa, Ndsai und ihre Geschwister häufig im Haushalt helfen, z.B. Wäsche waschen, die Tiere versorgen oder Wasser holen.

Schüler aus zwei verschiedenen Klassenstufen teilen sich jeweils einen Klassenraum. Das heißt für den Lehrer doppelte Konzentration – je nach Wissensstand müssen die Kinder unterschiedliche Aufgaben lösen, auch die Tafel wird geteilt. Die Kinder sitzen auf einfachen Bänken, viele müssen auch die Schulbücher teilen, denn es gibt nicht genügend für alle Kinder. Aber alle haben einen eigenen Block und Stifte, so dass sie schreiben können.

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Arm oder Reich?

Baustein 5

Tiere und Reis sind die beiden Haupteinnahmequellen für die Familien. Aber der Anbau von Reis in den Bergen ist eine harte und zeitaufwendige Arbeit – meist haben die Familien gerade genug, um sich selbst zu versorgen. Manchmal können sie aber auch Teile ihrer Ernte verkaufen oder gegen andere Waren tauschen. Für 9 Kilo Reis bekommen sie Waren im Wert von umgerechnet 2,30 Euro. So verdient eine typische Hmong-Familie (Zwei Großeltern, zwei Eltern, vier Kinder) zwischen 200 und 1.900 Euro im Jahr. Das ist nicht viel Geld und gerade wenn jemand krank wird, können viele Familien die Behandlung nicht bezahlen. Deshalb passiert es immer noch, dass Menschen an Krankheiten sterben, die in Deutschland leicht behandelt werden können. Die Kinder müssen schon früh im Haushalt helfen, damit die Familie über die Runden kommt. Viele Familien haben hier mehr als zwei Kinder. Shoa und Ndsai z.B. haben sechs weitere Geschwister!

Quelle: Bertrand Mignot aus Laos, November 2010, für UNICEF

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laos

Einwohner: ca. 6,8 Millionen (Vergleich Deutschland: ca. 82 Millionen)

Größe: 236.800 km² (Vergleich Deutschland: 357.111 km²)

Landessprache: Lao

Hauptstadt: Vientiane

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