
flüchtlingskatastrophe im ostkongo
Kinder in großer Gefahr
Zehntausende Kinder zwischen den Fronten im Osten der demokratischen Republik Kongo sind in großer Gefahr. Sie leiden an Hunger, Krankheiten und werden als Kindersoldaten missbraucht. UNICEF fordert die Konfliktparteien erneut auf, humanitären Organisationen einen sicheren Zugang zu den umkämpften Teilen der Provinz Nord-Kivu zu ermöglichen.
UNICEF hat in den letzten sechs Tagen mit neun Hilfsflügen Medikamente, Plastikplanen, Decken, Küchenutensilien und Materialien zur Wasseraufbereitung nach Goma geflogen. Viele Familien in der Provinz Nord-Kivu sind seit mehreren Wochen immer wieder auf der Flucht. Sie kampieren schutzlos bei Kälte und starkem Regen im Freien. Cholera, Atemwegserkrankungen, Mangelernährung und Infektionskrankheiten wie Masern nehmen rapide zu. Unbestätigten Berichten zu Folge wurden in einigen Orten wie Kitchanga, Rugare und Rutshuru in dieser Woche wieder Kinder und Jugendliche gezielt als Soldaten rekrutiert. Über lokale Radiostationen ruft UNICEF Milizen und Armee auf, dieses Kriegsverbrechen sofort zu stoppen.
Schulen sind geschlossen
Auch für Mitarbeiter von Hilfsorganisationen bleibt die Arbeit gefährlich. Trotzdem verteilt UNICEF zusammen mit Partnern Hygieneartikel, Decken, Wasserkanister, Plastikplanen, baut Latrinen und impft Kinder in für Helfer zugänglichen Ortschaften bei Kibati nördlich von Goma. Mit Lastwagen wird Trinkwasser in die improvisierten Lager gebracht. Schwer mangelernährte Kinder erhalten therapeutische Zusatznahrung. UNICEF verteilt auch hoch proteinhaltige Kekse. Besorgnis erregend ist die wachsende Zahl unbegleiteter Kinder, die ganz allein auf sich gestellt sind. Allein in Kibati wurden bisher 152 Kinder registriert - die meisten wurden in Pflegefamilien untergebracht. Fast alle Schulen in der Region sind geschlossen und zum Teil zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert. 150.000 Kinder sind damit tagsüber weitgehend sich selbst überlassen und von Missbrauch und Gewalt bedroht. UNICEF bereitet die Einrichtung von Notschulen vor. Schätzungsweise 10.000 Flüchtlinge sind inzwischen auch über die Grenze nach Uganda in den Distrikt Kisoro im Westen des Landes gelangt. UNICEF unterstützt auch dort die Behörden bei der medizinischen Versorgung und bei der Wasserversorgung.
Lest hier ein Interview über die Situation der Kinder.













UNICEF