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Foto: UNICEF/Schneider

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Haiti

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Haiti liegt in der Karibik. Das Land liegt auf der Insel Hispaniola, auf der auch die Dominikanische Republik liegt. Im Januar 2010 bebte in Haiti die Erde. Durch das Erdbeben starben fast 220.000 Menschen und zahlreiche weitere wurden verletzt. Es führte auch dazu, dass viele der ohnehin schon armen Menschen auch noch ihre Häuser verloren. Auch heute leben noch Hunderttausende Menschen in Zeltlagern. Wie geht es den Kindern in Haiti nach dem Beben? Die Geschichten von Christine und Sterling geben Dir eine Idee von den Ängsten, Problemen und Freuden der haitianischen Kinder.

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Christine – was Schule für die Kinder in Haiti bedeutet

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Nur ein paar Meter liegen zwischen dem Zelt von Christine im Lager Mais Gate und der stinkenden, lärmenden Straße unweit des Flughafens Toussaint L´Ouverture. Die niedrigen Notbehausungen ducken sich unter der drückenden Hitze des Nachmittags. Ein Lastwagen befüllt gleich nebenan den großen Plastiktank, aus dem sich die Menschen mit Wasser versorgen. Gemeinsam mit ihrer Mutter Thérèse und der Schwester Afenyoose hat sich das 14-jährige Mädchen einen halbwegs schattigen Platz gesucht. Wenn es um die Schule geht, um Mathematik, Literatur oder die großen Philosophen wie Sokrates, den sie eifrig zitiert, dann leuchten Christines Augen. „Schule ist so, so wichtig für mich“, sagt sie, „ich kann es kaum erwarten.“

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Christine präsentiert stolz ihre selbst geschriebenen Texte. In wenigen Tagen beginnt die Schule. Nach dem Erdbeben im Januar 2010 in Haiti wurden viele Kinder in provisorischen Schulen unterrichtet - aber erst im Oktober startete das offizielle Schuljahr. Die Zeit ist ihr lang geworden in den letzten Wochen. Also schreibt sie – Gedichte zum Beispiel, oder Sätze wie diesen: „Meine Mutter ist für mich ein Geschenk des Himmels“, in feiner, schnörkeliger Schrift. Denn ihrer Mutter Thérèse, die selbst nie zur Schule gehen konnte, ist Christine unendlich dankbar, dass sie selbst lernen darf. Und ehrgeizig ist sie: „Ich will in jedem Fach erfolgreich sein und bitte um Gottes Hilfe, dass ich das auch schaffe.“ Der nächste Notizblock ist schon fast wieder voll, und Christines Mutter schmunzelt ein wenig über den Lerneifer ihrer großen Tochter. Stolz kann sie sein, denn obwohl die Familie bei dem Erdbeben alles verlor, hat sie es geschafft, ihren 16-jährigen Sohn zur Ausbildung in einer Autowerkstatt unterzubringen. Und auch ihre „Kleine“, die neunjährige Afenyoose, wird bald zum Unterricht gehen.

Unter den rund eine Million haitianischen Kindern, die sich auf den Schulstart freuen, sind auch die zwei lachenden Mädchen Christine und Afenyoose, für die es nichts Größeres gibt:. „Der erste Schultag“, sagt Christine zum Abschied, „das ist der große Tag!“

Quelle: Reisetagebuch Haiti (September 2010) von UNICEF-Geschäftsführer Christian Schneider. Weitere Infos zu Haiti könnt ihr auf unicef.de nachlesen!


Sterlings Suche nach ihrer Familie

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Sterlings Geschichte ähnelt der von vielen Kindern in Haiti: Die Fünfjährige verlor kurz nach dem Erdbeben ihre Familie. Mit der Hilfe von UNICEF haben sich das Mädchen und ihr Vater wieder gefunden - hier ist ihre Geschichte.

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Februar 2010: Die fünfjährige Sterling lebt mit ihrem Vater Iste Mui in einem der vielen Zeltlager der Hauptstadt Port-au-Prince. Elf Tage nach dem starken Erbeben in Haiti verliert das Mädchen beim Einkaufen die Orientierung und verläuft sich. Glücklicherweise kümmern sich UNICEF und eine Gastfamilie um sie. Mit deren Hilfe hat Sterling nach über einem Monat ihren Vater und ihre Familie wieder gefunden – hier ist ihre Geschichte.

Die Mitarbeiter von UNICEF haben Sterling Bilder von ihrem Zuhause und der Umgebung malen lassen. Sie hoffen, dass so die Erinnerungen zurückkommen und ihr dabei helfen, ihre Familie wieder zu finden.

Die UNICEF-Mitarbeiter haben viel mit Sterling geredet, um mehr Details über ihre Herkunft zu erfahren. In der Hoffnung ihre Familie zu finden, fuhren sie mit ihr durch die Straßen der Hauptstadt Port-au-Prince. Als Sterling einige Gebäude und Straßen wieder erkannte, setzten sie ihre Suche zu Fuß fort.

Sterling, immer sicherer, dass sie auf dem richtigen Weg ist, hüpft und springt über die Straße. Sie lacht freudig in die Kamera, denn nun ist es nicht mehr weit bis zum Zelt ihrer Tante in einem Übergangslager für Obdachlose - da ist sie sich sicher!

Am Zelt angekommen, treffen sie auf Sterlings Schwester Sascha und ihre Tante Elude. Die Freude ihrer Tante über das Wiedersehen mit der verloren geglaubten Nichte hält sich in Grenzen – eigentlich lebe Sterling mit ihrem Vater. Dieser sei jedoch auf der Arbeit, so die Tante. Sterling ist traurig und hat Angst, dass ihre Familie sie gar nicht vermisst hat.

Kurz darauf hat sie die Gelegenheit, ihren Vater anzurufen. Sie ist sich nicht sicher, ob es tatsächlich ihr Vater ist, mit dem sie am Telefon spricht. Obwohl Sterling nun ihre Familie wieder gefunden hat, kann sie noch nicht bei ihnen bleiben. Erst wenn die Verwandtschaft bestätigt ist, wird UNICEF sie an ihre Familie übergeben.

Sterlings Vater weint, als er endlich seine kleine Tochter in den Armen hält. Über einen Monat lang war sie verschwunden. Als er ihren Anruf erhielt, war er gerade auf der Arbeit. Ohne auch nur eine Minute zu zögern, ließ er alles stehen und liegen und machte sich auf den Weg nach Hause – selbst das viel zu teure Motorradtaxi nahm er dafür in Kauf.

Iste Mui wirbelt Sterling glücklich durch die Luft – endlich sind sie wieder vereint! Bevor sie gemeinsam nach Hause gehen können, muss Iste Mui jedoch nachweisen, dass er Sterlings Vater ist. Bis alle Papiere vorliegen, bleibt Sterling bei der Gastfamilie, die sie einen Monat lang liebevoll umsorgt hat.

Sterling hält die Hand ihres Vaters, als sie die Gastfamilie verabschiedet, um zu ihrer eigenen Familie zurück zu kehren. Sie trägt eine Tasche voller Stifte, Blöcke und Seife, die sie von UNICEF bekommen hat.

Glücklich lächelt Sterling in die Kamera - endlich ist sie wieder Zuhause!
Fotos: UNICEF/Noorani

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haiti

Einwohner: 9,6 Millionen (Vergleich Deutschland: ca. 82 Millionen)

Größe: 27.750 km² (Vergleich Deutschland: 357.111 km²)

Landessprachen: Creole und Französisch

Hauptstadt: Port-au-Prince

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