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Panoramabild "Kinderrechte"

Kinderrechte sind Menschenrechte

Alle Menschen auf dieser Welt haben Rechte. Das Recht zu sagen, was sie denken, das Recht, ihre eigene Sprache zu sprechen, das Recht, an ihren Gott zu glauben oder auch an keinen, das Recht, nicht unmenschlich behandelt und gequält zu werden und viele mehr. Diese Rechte wurden von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) am 10. Dezember 1948 diskutiert und angenommen. Nachlesen kannst Du sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Sie gelten für alle Menschen auf der Welt.

Schutz und Rechte für Kinder

Im Laufe der Zeit hat man gemerkt, dass Kinder besonderen Schutz und deshalb auch besondere Rechte brauchen. So kam es, dass 1959 die Generalversammlung der UNO die Erklärung der Rechte des Kindes aufgeschrieben hat. Eine Erklärung ist eine Empfehlung, an die man sich halten sollte, aber nicht muss. Aus diesem Grunde regte die polnische Regierung 1979 an, aus der Erklärung eine Konvention zu machen. Das bedeutet, dass jedes Land, das die Konvention unterschrieben hat, sich auch an die aufgeschriebenen Rechte halten muss. Seit März 2012 haben Kinder sogar die Möglichkeit, sich offiziell zu beschweren (Individualbeschwerde), wenn ihre Rechte nicht geachtet werden.

Die UN-Kinderrechtskonvention

In den Jahren von 1979 bis 1990 haben Erwachsene viel Zeit damit verbracht, darüber nachzudenken, was Kinder brauchen und was ihnen wichtig ist. Sie diskutierten über zehn Jahre, denn sie mussten für alle Kinder dieser Welt denken. Dabei nichts zu vergessen war nicht einfach. Dieser Gruppe gab man den Namen „Arbeitsgruppe der UN-Menschenrechtskonvention“. Manchmal war sich die Gruppe sehr schnell einig, denn alle hatten die gleiche Idee. Es gab aber auch Zeiten, wo sie merkten, dass alle eine andere Vorstellung hatten.

LupeBeim Weltkindergipfel 2002 konnten Kinder zum ersten Mal selbst vor der UNO sprechen.

Da half dann nur zuhören, erklären, nochmals erklären, wieder diskutieren, bis man sich gegenseitig verstanden hatte und einen Kompromiss finden konnte. Der Text, der dabei entstanden ist, ist die UN-Konvention über die Rechte des Kindes oder Kinderrechtskonvention. Die Kinderrechtskonvention wurde am 20. November 1989 verabschiedet. Die Länder, die mit den aufgeschriebenen Rechten für die Kinder einverstanden sind, haben die Konvention unterschrieben und ratifiziert. Sie machen damit deutlich, dass sie sich verpflichten, alles zu tun, um den Vertrag einzuhalten.

Die Kinderrechtskonvention gilt für alle Kinder und Jugendlichen auf der ganzen Welt bis zum Alter von 18 Jahren. Sie hat 54 Artikel und enthält alle Rechte, die Kinder haben. Inzwischen haben alle Staaten der Welt – bis auf Somalia, Südsudan und die USA – dieses Vertragswerk unterschrieben. Viele Regierungen haben die Möglichkeit genutzt, die Kinderrechtskonvention mit „Vorbehalten“ zu unterschrieben. Sie sagen dann: „Wir sind mit allen Rechten einverstanden, außer mit Artikel …“

Deutschland und die Kinderrechte

LupeJuniorbotschafter informieren über Kinderrechte.

So genannte „Vorbehalte“ hatten auch die Bundesrepublik Deutschland (und 33 weitere Staaten), als sie die UN-Kinderrechtskonvention am 5. April 1992 unterschrieben hat. Deutschland hat die Kinderrechte folgendermaßen eingeschränkt:

  • Die Rechte der Kinder sollen nicht gelten, wenn das Recht der Eltern eingeschränkt wird.
  • Deutschland darf Unterschiede zwischen deutschen und ausländischen Kindern machen - auch wenn ihre Rechte dann verletzt werden.

Im Juli 2010 hat die Bundesrepublik Deutschland die Vorbehalte endlich zurückgenommen.

Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder sollen ihre Rechte kennenlernen. Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sich auch für sie einsetzen. Die deutsche Übersetzung der Kinderrechte ist nicht nur für Kinder ziemlich schwer zu verstehen. Deshalb gibt es Kurzfassungen speziell für Kinder. Mehr Informationen dazu  findet Ihr unter "downloads" und "links zum thema" auf dieser Seite in der rechten Spalte.

Die Einhaltung der Kinderrechte in Deutschland

In Deutschland waren die Politikerinnen und Politiker lange Zeit der Meinung, in unserem Land ginge es allen Kindern gut und deshalb seien die Kinderrechte hier schon vollkommen verwirklicht. Und im Vergleich mit Kindern in armen Ländern und Kriegsgebieten geht es den Kindern hier auch wirklich gut. Viele Rechte sind verwirklicht, aber eben nicht alle - und schon gar nicht für alle Kinder! Das hat auch die Kommission der Vereinten Nationen im Jahr 2000 festgestellt. Sie untersucht die Situation der Kinder in den Ländern, die die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben haben. Insbesondere wurde für Deutschland kritisiert:

  • Ausländische Kinder haben nicht die gleichen Chancen wie deutsche Kinder. Kinder, die Asyl suchen, werden nicht ausreichend medizinisch betreut.
  • Der Unterschied zwischen wohlhabenden, gut geförderten Kindern und armen Kindern wird immer größer.
  • Kinder werden nicht an Aktivitäten, Planungen und Umsetzungen, die sie betreffen, beteiligt.
  • Die UN-Kinderrechtskonvention ist zu wenig bekannt. Auch die Kinder selbst sind noch zu wenig über ihre Rechte informiert. An den Schulen wird zu wenig darüber gesprochen.

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Unterzeile zum Video "Ticket to life"

Kinderrechte-Song "Du hast Recht" von Felix Fleischmann und Marius Lürig.

Unterzeile zum Video "Kinder haben Rechte"

Kinder haben Rechte! Und sollten auch über sie Bescheid wissen, so wie die Kinder in diesem Video.

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Das Recht auf einen Namen: Ein Junge auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Überschrift "Video"

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Unicef Mediaplayer Schweizer Jugendparlament "Kinder haben Rechte"

Unterzeile zum Video des Schweizer Jugendparlaments

Das Schweizer Jugendparlament der Grundschule Selhofen zum Thema Kinderrechte.