welttag gegen kinderarbeit

Bundesweiter Aktionstag gegen Ausbeutung

LupeFoto: Eventpress/Hermann

10.06.2009 - Tausende Kinder und Jugendliche engagieren sich heute beim bundesweiten Aktionstag gegen ausbeuterische Kinderabeit. Mit Aktionen in mehr als 80 Städten rufen sie vor dem Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni gemeinsam mit erwachsenen UNICEF-Freiwilligen zu einem Stopp auf.

UNICEF schätzt, dass weltweit 158 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren arbeiten müssen. Viele von ihnen schuften unter gesundheitsschädlichen Bedingungen - in Fabriken, in Steinbrüchen oder auf Plantagen. „Gebt Mädchen ein Chance - beendet ausbeuterische Kinderarbeit“ lautet das Motto des Welttags gegen Kinderarbeit in diesem Jahr. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation sind 45 Prozent der Kinderarbeiter Mädchen. Sie müssen besonders häufig für niedrigen Lohn arbeiten.

Die zentrale Aktion hat UNICEF Deutschland gemeinsam mit TransFair, dem Verein, der in Deutschland das Fairtrade-Siegel vergibt, in Berlin vor dem Brandenburger Tor organisiert. Junge Aktivistinnen der beiden Organisationen demonstrieren gemeinsam mit Top-Model Eva Padberg. Ihre Botschaft lautet: Stoppt die Ausbeutung von Mädchen und Jungen durch Kinderarbeit.  

Gebt Mädchen eine Chance!

„Millionen Mädchen schuften in der Landwirtschaft, in der Industrie oder privaten Haushalten - oft zehn oder zwölf Stunden täglich. Das ist gefährlich für ihre Gesundheit. Es nimmt ihnen jede Chance, zur Schule zu gehen. Es ist extrem unfair“, sagte UNICEF-Repräsentantin Eva Padberg.

„Umfragen zeigen, dass die Verbraucher mehr Angebote aus fairer Produktion wünschen. Handel und Hersteller sollten darauf endlich verstärkt reagieren“, sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath.

„Bildung ist der stärkste Schutz gegen Kinderarbeit. Aber auch die Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass auch Zulieferer und Subunternehmer Sozialstandards einhalten“, sagte der UNICEF-Vorsitzende Dr. Jürgen Heraeus.

TransFair und UNICEF haben die Aktion „Stoppt Ausbeutung“ im November vergangenen Jahres zusammen mit UNICEF-Schirmherrin Eva Luise Köhler gestartet. Seitdem wurden rund 100 deutsche Handels- und Textilunternehmen angeschrieben mit der Bitte, gemeinsam geeignete Strategien gegen die Ausbeutung von Kindern zu entwickeln. Einige reagierten positiv - viele antworteten bisher nicht. Mit ihren Aktionen in mehr als 80 Städten wollen die UNICEF-Freiwilligen Verbraucher und Unternehmen wachrütteln. Gleichzeitig werben sie dafür, UNICEF-Hilfsprojekte gegen ausbeuterische Kinderarbeit in Indien, Burkina Faso, Ecuador und auf den Philippinen zu unterstützen.

Einige Aktionsbeispiele vom 10. Juni:

  • Bremen: Die UNICEF-Gruppe organisiert eine Demonstration durch die Innenstadt.

  • Chemnitz: Informationstag an der Hochschule und Konzert: "Rock gegen Ausbeutung".

  • Dresden: Ausstellung und Kino gegen Ausbeutung für Kinder und Jugendliche.

  • Duisburg: „Schicksalsrad" und Straßentheater gegen ausbeuterische Kinderarbeit.

  • Eberswalde: Schüler nähen ein Riesen-T-Shirt auf dem Marktplatz.

  • Erfurt: Stadtführungen und Mitmachaktionen zum Thema "Fairer Konsum".

  • Essen:  Sternmarsch gegen ausbeuterische Kinderarbeit in der Innenstadt.

  • Flensburg: Trommeln, Straßentheater und Ausstellung in der Fußgängerzone.

  • Freiburg: Schüler spielen Kinderarbeiter in der Innenstadt. 

  • Greifswald: Riesen-T-Shirt mit Logo “Stoppt Ausbeutung“ am Rathaus, Lesung und  Filmvorführung.

  • Hamburg: Jugendliche spannen Riesen-T-Shirt auf und laden Passanten in der Innenstadt ein, typische Kinderarbeit „auszuprobieren“ - zum Beispiel Steine schleppen, Essbares aus dem Müll suchen oder Teppiche nähen.

  • Köln: Großer Sternmarsch - organisiert von der UNICEF-Hochschulgruppe - mit überdimensionalem Stoppschild durch die Innenstadt zum Dom.

  • Leipzig: Auf dem Marktplatz bemalen Kinder, Jugendliche und Erwachsene T-Shirts und nähen daraus ein Riesen-Shirt.

  • Lippstadt: Schaufensterplakataktion und Riesen-Wäscheleine mit von Kindern gestalteten T-Shirts.

  • Magdeburg: Kinder aus fünf Schulen hissen ein XXL-T-Shirt mit Unterschriften vor dem Rathaus. Das Warenhaus Karstadt zeigt die UNICEF-Ausstellung: "Kleine Hände, krummer Rücken".

  • Münster: Modenschau "Style Fair" auf dem Vorplatz der Lambertikirche: Schülerinnen zeigen wie "trendy" fair produzierte Mode ist.

  • Nürnberg: Informationsstand und „faire“ Modenschau auf dem Ludwigsplatz.

  • Rostock: Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus wird eine sehr lange Wäscheleine gespannt. Schülerinnen und Schüler hängen T-Shirts und Plakate gegen Kinderarbeit daran auf.


Eine Liste mit allen bundesweit geplanten Aktionen sowie weitere Infos findet Ihr auf der UNICEF-Sonderseite.