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Panoramabild "Kinder und Krieg"

Bewaffnete Konflikte weltweit

Wir leben nicht in friedlichen Zeiten. Auf der Erde gibt es mindestens 50 Konfliktgebiete, in denen Menschen bewaffnet gegeneinander kämpfen. Die große Mehrheit der Kämpfe findet in den so genannten Entwicklungsländern, in Afrika, Asien und Südamerika, statt. Aber auch in Europa und an seinen Rändern, z.B. auf dem Balkan und in den ehemaligen Staaten der Sowjetunion, gibt es bewaffnete Konflikte.  

Kinder sind im Krieg besonders gefährdet

Die meisten Opfer der Kriege sind Zivilisten. Kinder sind an Kriegen völlig unschuldig und dennoch besonders gefährdet. 30 Millionen Kinder leben in Kriegsregionen. Zwei Millionen von ihnen starben in den Kriegen der letzten zehn Jahre. Sechs Millionen erlitten schwerste Verletzungen. Ungezählt sind die Kinder, die ihr Leben lang unter ihren schlimmen Erlebnissen und der Angst leiden, die sie im Krieg erfahren mussten. Kinder sind während des Krieges durch Kampfhandlungen und Bomben bedroht. Viele werden getötet oder verletzt. Viele verlieren ihre Eltern und andere Familienangehörige.

Es gibt auch Länder, in denen Kinder als Soldaten eingesetzt werden. Obwohl die UN-Kinderrechtskonvention Kindern besonderen Schutz im Krieg gewährt, ist erst jetzt eine Ergänzung verabschiedet worden. Sie verbietet, dass Kinder unter 18 Jahren zwangsweise als Soldaten ausgebildet und im Krieg eingesetzt werden. Freiwillige, die älter als 16 Jahre als sind, dürfen aber nach wie vor als Soldaten angeworben werden. 
 

Flüchtlingskinder

Über 40 Millionen Menschen weltweit sind auf der Flucht. Auch Kinder, die in ein sicheres Land fliehen konnten, sind dort nicht immer ausreichend geschützt. In Deutschland z.B. gilt die Kinderrechtskonvention für Flüchtlingskinder nur mit Einschränkungen. Ihnen kann der Schulbesuch verweigert werden, ihren Eltern Hilfe und Beratung bei der Erziehung. Wenn Flüchtlinge 16 Jahre alt sind, müssen sie sich ohne erwachsene Begleitung um Asyl bemühen. Wird ihr Asylantrag abgelehnt, können sie in Abschiebehaft genommen werden.

Gefahr durch Landminen

Für viele Kinder ist die Gefahr auch nach dem Krieg nicht vorbei. Ihre Gesundheit und ihr Leben sind durch liegen gebliebene Munition und besonders die überall vergrabenen Landminen bedroht. Sie müssen immer Angst haben - bei der Nahrungssuche, beim Wasserholen, beim Spielen und auf dem Schulweg.

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ishmael beah

Ishmael Beah ist ehemaliger Kindersoldat aus dem westafrikanischen Sierra Leone. Jetzt engagiert er sich für UNICEF. Ishmael Beah

Am 18. Juni 2012 war er bei der JuBo-Preisverleihung dabei. Nach der Veranstaltung beantwortete er Fragen zu seinem Leben in einem Live-Chat. Hier geht's zum Chatprotokoll

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Ein Buch über das Leben palästinensischer Kinder unter israelischer Besatzung.

Anke Poenicke: Agathe: Eine Berlinerin aus Ruanda (2004)
Durch einen Fernsehbericht erfährt Agathe vom Völkermord in Ruanda, ihrem Heimatland. Daraufhin beginnt sie sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.