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Panoramabild "Kinder mit Behinderung"

Recht auf besondere Förderung

Die UN-Kinderrechtskonvention sagt: Behinderte Kinder haben das Recht auf ein erfülltes und menschenwürdiges Leben. Sie haben das Recht auf eine besondere Betreuung, die ihre Selbstständigkeit fördert und eine aktive Teilnahme am Leben ermöglicht. Der Staat muss alle nötigen Mittel für Erziehung, Bildung, Ausbildung und Gesundheitsdienste zur Verfügung stellen, damit behinderte Kinder möglichst mit den nicht behinderten Kindern zusammen aufwachsen können.

Etwa 80 Prozent aller Behinderten leben in Entwicklungsländern. Die Ursachen dafür sind hauptsächlich Krankheiten, Ernährungsmängel, fehlende ärztliche Behandlung, Gewalt und Krieg, Unfälle aufgrund fehlender Schutzbestimmungen am Arbeitsplatz und im Straßenverkehr und zunehmend auch altersbedingte Erkrankungen.

Anders als bei uns bekommen Behinderte in Entwicklungsländern kaum Hilfe. Nur ein bis zwei Prozent der behinderten Menschen werden fachgerecht betreut und gefördert. Sehr oft werden sie versteckt oder eingesperrt, gehen nicht zur Schule und werden nicht ausgebildet. Behinderten Mädchen und Frauen geht es oft besonders schlecht, weil sie häufig misshandelt werden.

Definition

Jede Gesellschaft versteht etwas anderes unter „Behinderung“. Bei uns bezeichnet man Menschen als behindert, wenn ihr körperlicher, geistiger oder seelischer Zustand für eine längere Zeit von dem üblichen Zustand ihrer Altersgruppe abweicht.

Es gibt ganz verschiedene Behinderungen:

  • Körperliche Behinderung
  • Sinnesbehinderung (Blindheit, Sehbehinderung, Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit, Taubblindheit)
  • Sprachbehinderung
  • Seelische (psychische) Behinderung
  • Lernbehinderung
  • Geistige Behinderung

Ursachen für Behinderung

Man unterscheidet zwischen angeborenen und erworbenen Ursachen für eine Behinderung. Angeborene Behinderungen entstehen entweder durch Vererbung oder vor der Geburt. Erworbene Ursachen können während der Geburt oder danach entstehen - durch Krankheiten, Unfälle, Alter oder Gewalt.

Bei uns werden Kinder normalerweise vor Krankheiten, die zu Behinderungen führen könnten, geschützt - durch gute Ernährung, Sauberkeit und ärztliche Betreuung. In armen Entwicklungsländern ist das oft anders. Wenn Mütter während der Schwangerschaft zu wenig essen, unterernährt sind und keine medizinische Versorgung erhalten, können ihre Kinder mit Behinderungen geboren werden. Auch Kinder, die nicht genug Jod oder Vitamin A aufnehmen oder nicht gegen Polio geimpft wurden, können behindert sein. Die meisten Behinderungen wären vermeidbar, wenn den Kindern von Anfang an geholfen würde. Sie sind behindert, weil sie arm sind.
 

Behinderte werden häufig versteckt

In manchen Ländern schämen sich die Eltern, wenn sie ein behindertes Kind bekommen. Oft wird den Müttern sogar die „Schuld“ an der Behinderung gegeben. Sie werden nicht selten von der Familien- oder Dorfgemeinschaft verstoßen, von ihren Männern verlassen und müssen um ihr Überleben und das ihres Kindes kämpfen. In manchen Ländern werden behinderte Kinder als Strafe Gottes betrachtet. Die Kinder gelten als verhext. Sie werden deshalb von ihren Familien häufig versteckt. Viele Menschen mit Behinderungen führen ein elendes und demütigendes Leben. Behinderte Kinder dürfen nicht zur Schule gehen. Behinderte werden für „wertlos“ gehalten. Sie wachsen ohne Perspektive auf. Aus diesem Grund werden in Entwicklungsländern manchmal die Zahlen der Behinderten viel niedriger angegeben als sie in Wirklichkeit sind.
 

Behinderung macht arm

Armut ist nicht nur eine wesentliche Ursache von Behinderung. Sie ist auch ihre Folge. In Entwicklungsländern leben Menschen mit Behinderung leben meist unterhalb der Armutsgrenze. Hier bekommen behinderte Kinder oft keine gute Schulbildung und haben nicht die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen. In vielen Ländern besuchen weniger als ein Prozent der behinderten Kinder eine Schule, in manchen  Ländern werden sie erst gar nicht mitgezählt. Die wenigsten Menschen mit Behinderung haben in Entwicklungsländern Zugang zu Rehabilitations- und Fördermöglichkeiten. Damit steigt ihr Risiko arm zu werden bzw. arm zu bleiben.
 

Vermeidbare Behinderungen

Es gibt eine Reihe von Krankheiten, die zu Behinderungen führen, wenn man nicht richtig behandelt wird. Das passiert in vielen Entwicklungsländern. Viele Kinder werden zum Beispiel blind, weil sie nicht genügend Vitamin A mit der Nahrung aufnehmen. Zum Beispiel wenn ein Kind unternährt ist und an Masern erkrankt. Dann werden die letzten Vitamin-A-Reserven eines Kindes verbraucht und es kann erblinden. Hier können bessere Ernährung und medizinische Versorgung, z.B. auch Impfungen, helfen. Die sogenannte „Flussblindheit“ wird durch Fadenwürmer verursacht, die durch Insekten übertragen werden. Dagegen kann mit Medikamenten vorgebeugt werden. Auch ausreichende Bekleidung und die Bekämpfung der Insekten können helfen.

Eine andere vermeidbare Krankheit ist Polio (Kinderlähmung), eine Viruskrankheit. Das Virus wird durch Tröpfchen übertragen und gelangt auch über verschmutztes Wasser oder Lebensmittel in den Körper. Der Polio-Erreger kann innerhalb weniger Stunden in Gehirn und Rückenmark eindringen. Die Symptome ähneln zunächst denen einer Grippe. Bei einem von 200 an Polio erkrankten Menschen treten unwiderrufliche Lähmungen auf, normalerweise der Beine. Da Polio nicht heilbar ist, ist Vorbeugung die wichtigste Maßnahme gegen die Krankheit. In vielen Ländern konnte Polio dadurch schon ausgerottet werden.
 

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deine rechte

Kinder benötigen besonderen Schutz und haben deshalb auch besondere Rechte. Alles über die "Konvention über die Rechte des Kindes" und viele Informationen zu dem Thema findest Du auf den younicef-Kinderrechte-Seiten.

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