
junior-reportage "tschernobyl"
Ist „Tschernobyl“ schon lange her?
Ein Text von Junior-Reporterin Johanna Deuster

- LupeIn ihrer Freizeit zeichnet Rita gern. Hier das Bild "Die Straße, in der ich wohne"
Rita kommt aus Weißrussland (Belarus) und ist noch heute von der Tschernobyl-Katastrophe betroffen. Sie lebt im Süden Weißrusslands in der Nähe der Grenze zur Ukraine. Was ist vor einigen Jahren in der Ukraine passiert? Am 26. April 1986 explodierte ein Reaktor im Atomkraftwerk von Tschernobyl. Damals zogen radioaktive Wolken über Polen und Skandinavien (Norwegen, Schweden, Finnland) nach Mittel- und Westeuropa und führten zu erhöhten Strahlenwerten in Luft, Boden und Wasser. Im Gebiet um den Unglücksort hat man heute noch mit der Verseuchung zu kämpfen.
Die Explosion, dieser erste Super-GAU, ist 10 Jahre vor Ritas Geburt passiert. Also was hat sie eigentlich damit zu tun, habe ich mich am Anfang gefragt. Ihr ganzes Leben ist sie eingeschränkt in ihrer Ernährung, da immer noch Verstrahlung durch die Nahrungskette eine Gefahr für die Gesundheit ist.

- LupeEine zweite Zeichnung von Rita: "Zwei Vögel"
Ich selber kenne Rita durch ihre regelmäßigen Besuche in Westeuropa. Jeden Sommer muss sie sich von ihren Eltern und ihren Geschwistern verabschieden. Vier Wochen hält sie sich dann in den westlichen Gebieten auf, weil hier bei uns die Lebensmittel unverseucht sind. Es ist mir schwer vorstellbar, aber ich habe von ihr gelernt, dass ein Monat hier ihr persönliches Strahlenrisiko um 28 Prozent verringert! Ein Monat hiesige Nahrung verlängert somit eigentlich ihr Leben!
Rita mit ihren 14 Jahren ist nicht jemand, der sich selbst bemitleidet. Sie hat ein Herz für jeden und für jedes Tier. Wenn man sie noch nicht so gut kennt, wirkt sie aber eher schüchtern. Für sie ist es auch anstrengend, in einer anderen Kultur und Sprache ihre Ferienzeit zu verbringen.
Treffe ich Rita, dann freue ich mich auf ihre Fröhlichkeit und auf ihre Normalität.











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