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unicef-juniorbotschafter 2012

Platz 1: Augen öffnen für das Recht auf Bildung

Aktion von Linn Marie Schütze und Kira Lena Zerwer (16)

Linn Marie Schütze aus Buchholz in der Nordheide und Kira Lena Zerwer aus Rosengarten (beide 16) gehen  in die 10. Klasse des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Hamburg-Heimfeld. Die beiden Freundinnen beschlossen, möglichst viele Menschen für die Kinderrechte und Bildung zu begeistern. Sie begannen an ihrer eigenen Schule und initiierten Projekttage für jüngere Schüler der fünften und sechsten Klassen. Höhepunkt war ein Tag der offenen Tür an der Schule.

"Wir wollten Kinder für Kinderrechte stark machen unter dem Motto 'Spendet Bildung. Öffnet die Augen. Helft mit'", schreiben die beiden. Auch die Erwachsenen zu erreichen, stellte sich anfangs etwas schwierig dar. Die beiden Schülerinnen spürten Vorurteile und Misstrauen bei den Lehrern und wurden oft gefragt, ob sie überhaupt wüssten, was sie da tun. Ihr Engagement und ihr Wissen steckten jedoch auch die letzten Zweifler an der Schule an. Nach vielen Gesprächen mit dem Schulleiter erhielten sie die nötigen Unterrichtsbefreiungen und Genehmigungen für die Projekttage mit sieben der fünften und sechsten Klassen  – und das, obwohl eigentlich Zwischenprüfungen anstanden. Im Mittelpunkt ihrer Aktion stand die Lebenssituation der Kinder in Afrika, die beim Recht auf Bildung besonders benachteiligt sind. Linn Marie und Kira Lena wollten ihre Mitschüler nicht mit einem Vortrag und Frontalunterricht langweilen, sondern kreativ, musisch und sportlich an die Kinderechte herangehen. Sie gestalteten Schulstunden, schrieben Songs,  bereiteten Arbeitsblätter vor und entwickelten sogar einen Film. Aus dem Lied von Tim Bendzko „Nur noch kurz die Welt retten“ wurde „Ich habe schließlich auch Rechte“. Um den Kindern die Kultur Afrikas näherzubringen, studierten die Schüler afrikanische Tänze ein oder lernten afrikanische Musikinstrumente kennen. Eine Gruppe von Jungen hatte die Idee zu einem Comic. Bilder und Poster entstanden sowie ein Rap. Höhepunkt der Aktion war ein Tag der offenen Tür am 21. Januar 2012, an dem die erarbeiteten Werke wie zum Beispiel selbstgeknüpfte Bänder mit den Kinderrechten ausgestellt und gegen Spende verkauft wurden. Dabei kamen 221 Euro zusammen.

Begründung der Jury

Der Jury hat gut gefallen, dass Linn Marie und Kira Lena eigeninitiativ andere mit ihrer Begeisterung für die Kinderrechte angesteckt haben. Sie haben ihre Aktion kindgerecht und kreativ umgesetzt und sich viele Gedanken darüber gemacht, wie sie die Brücke zwischen Kindern in Deutschland und Kindern in Afrika schlagen. Die anfänglichen Widerstände bei den Lehrern haben sie durch ihr überzeugendes Engagement und Beharrlichkeit überwunden und die Projekttage zu einem großen Erfolg an der Schule gemacht.