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der unicef-chef im interview

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Anthony Lake | © UNICEF/NYHQ2010-1700/Markisz

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Chef von UNICEF: Kinder in Not sind mutig und stark

Interview: Kristina Puck und Christoph Sator, dpa

Baustein 1

27. Oktober 2011, Berlin (dpa) - Er hat sechs Enkelkinder, aber er kümmert sich um viel mehr Kinder auf der ganzen Welt: Anthony Lake ist Chef von UNICEF. Das ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, einem Bündnis fast aller Länder der Erde. UNICEF hilft Jungen und Mädchen, denen es nicht gut geht, zum Beispiel im Osten Afrikas. Die Organisation bringt ihnen unter anderem Essen und baut notdürftig Klassenräume auf. Anthony Lake ist Amerikaner. Für seine Arbeit reist er um die Welt, um Kinder zu besuchen und Politiker zu treffen. Auf einem Stopp in Deutschland sprach der 72-Jährige mit dpa-Nachrichten für Kinder.  

Wie geht es den Kindern im Osten Afrikas?

Anthony Lake liest gemeinsam mit Kindern in Athiopien. | © UNICEF/NYHQ2011-0514/Getachew
LupeAnthony Lake liest gemeinsam mit Kindern in Athiopien.

Anthony Lake: "Hunderttausende von ihnen bekommen nur eine Mahlzeit am Tag oder gar keine Mahlzeiten. Sie nehmen ab und sind nicht nur die ganze Zeit hungrig, sondern sie werden schwächer und fangen sich dadurch leichter Krankheiten ein. Wir arbeiten unter Zeitdruck daran, sie mit Nahrungsmitteln und sauberem Wasser zu versorgen. Aber solche Kinder sind auch außergewöhnlich mutig und stark. Wenn ich sie besuche, sehe ich, wie Kinder miteinander spielen und lachen und sie sehnen sich nach Bildung. Wir sollten ihnen und ihren Eltern nicht aus Mitleid helfen, obwohl man natürlich mitfühlt, sondern aus Bewunderung für ihren mutigen Kampf ums Überleben."

Was können Kinder tun, um anderen Kindern zu helfen?

Anthony Lake: "Sie können ihre Eltern daran erinnern, wie wichtig das Thema ist. Und wenn man Mitgefühl mit den Kindern in Ostafrika hat, sollte man auch an die benachteiligten Kinder in Deutschland denken und sich für sie einsetzen. Die Kinder hier können jeden daran erinnern, wie wichtig Kinder in Deutschland sind. Und sie können auf die Kinder aufmerksam machen, die große Unterstützung brauchen - Kinder mit Behinderungen, die im Klassenraum oft diskriminiert werden."

Wenn Sie eine perfekte Welt für Kinder schaffen könnten, wie würde sie aussehen?

Anthony Lake: "Mit Eis - dreimal am Tag. Und man kann selbst entscheiden, wann man ins Bett geht. Nein, im Ernst: Es würde eine Welt sein, in der jedes Kind die gleichen Möglichkeiten hätte, zu leben und Erfolg zu haben. Das wäre eine wundervolle Welt."

 

Kinder in Japan spendeten Bücher 

Anthony Lake zu Besuch in Japan. | © UNICEF/NYHQ2010-0892/Sato
LupeAnthony Lake zu Besuch in Japan.

Ein Erdbeben und eine riesige Flutwelle erschütterten vor rund einem halben Jahr Japan. Viele Menschen in dem Land in Asien, darunter eine Menge Kinder, verloren alles, was sie besaßen. Nach der Katastrophe sprangen auch Mitarbeiter von UNICEF ein, um den betroffenen Mädchen und Jungen etwas Gutes zu tun. 

Sie baten unter anderem andere japanische Kinder zu helfen und Bücher zu spenden. "Die japanischen Kinder gaben Zehntausende Bücher ab", sagte UNICEF-Chef Anthony Lake dpa-Nachrichten für Kinder. 

Er habe anschließend Hilfs-Einrichtungen besucht, die kleine Bibliotheken mit diesen Büchern eingerichtet hatten. Anthony Lake beobachtete: "Die Kinder mit all diesen schrecklichen Erinnerungen waren so glücklich, dort zu sitzen und die Bücher zu lesen, die andere Kinder ihnen geschickt hatten."

Wie japanische Jungen und Mädchen den betroffenen Kindern halfen, hat den Chef von UNICEF sehr beeindruckt. Denn er könne sich noch gut erinnern, wie wertvoll ihm seine Bücher waren, als er selbst noch ein Kind war.

 

Der Kekse-Opa  

Sechs Enkelkinder hat der Chef von UNICEF, Anthony Lake. Und die verwöhnt er gern. "Sie nennen mich den Kekse-Opa, denn immer wenn ich komme, bringe ich Kekse mit", verriet Anthony Lake dpa-Nachrichten für Kinder. Außerdem spiele er gern mit ihnen, gehe gern mit ihnen fischen - und er lerne gern von ihnen. "Einige meiner älteren Enkel, die 11 und 13 sind, sind viel besser als ich im Simsen und bei Videospielen", erzählte der Amerikaner Anthony Lake. "Sie versuchen es mir beizubringen und lachen über mich, weil ich solche Sachen langsam lerne."

 

 

Mit freundlicher Genehmigung der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, Hamburg, www.dpa.de.