
Indien und Nepal
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Kinder brauchen Hilfe
05.09.2008 - Trotz großer Hilfsanstrengung sind nach Angaben von UNICEF in den Überschwemmungsgebieten im indischen Bundesstaat Bihar weiter Zehntausende Familien von den Wassermassen eingeschlossen. Die meisten müssen seit über zwei Wochen im Freien aushalten - ohne ausreichende Nahrung, sauberes Wasser und medizinische Hilfe. Besonders Kinder leiden an Magenerkrankungen, Durchfall, Fieber, Erkältungen und anderen Infektionskrankheiten. „Die Familien müssen so rasch wie möglich evakuiert werden. Bereits eingerichtete Notaufnahmelager brauchen mehr Unterstützung, um die wachsende Zahl der Obdachlosen zu versorgen“, sagte Rudi Tarneden, Sprecher von UNICEF Deutschland.
UNICEF konzentriert sich in den kommenden Tagen und Wochen auf die Versorgung unterernährter Kinder. Bereits vor der Naturkatastrophe waren über 50 Prozent der Kinder in Bihar mangelernährt. Insgesamt drei Millionen Menschen sind von der Naturkatastrophe betroffen - etwa die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Im benachbarten Nepal sind durch die Überschwemmungen über 100.000 Menschen auf Hilfe angewiesen.
UNICEF hat Gesundheitsspezialisten in die besonders betroffenen Bezirke in Bihar geschickt, um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern. Impfungen sollen eine Masernepidemie verhindern. UNICEF richtet zusammen mit lokalen Partnern in den Lagern Geburtsstationen ein, in denen Frauen ihre Kinder zur Welt bringen können. Außerdem wurden Wassertanks installiert und Materialien zur Wasseraufbereitung sowie Testgeräte zur Überwachung der Wasserqualität ins Katastrophengebiet gebracht.
Zusätzlich werden große Mengen therapeutischer Zusatznahrung für Kleinkinder, 100 Tonnen Chemikalien zur Wasserreinigung, zwei Millionen Tabletten zur Wasseraufbereitung, 10.000 Plastikplanen, 20.000 Schlafmatten, 20.000 Bettlaken, 200.000 Pakete Orales Rehydratationssalz - eine Zucker-Salz-Mischung, die eine Austrocknung bei Durchfallerkrankungen verhindert - und 10.000 Hygienepakete beschafft.













UNICEF