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Panoramabild "Straßenkinder"

Armut treibt Kinder auf die Straße

LupeMüllsammler aus Brasilien

Obdachlose und arbeitende Kinder gehören heute zum Straßenbild vieler Städte. Besonders in armen Ländern steigt ihre Zahl. Schon fünfjährige sind darunter. Aber auch bei uns leben Kinder auf der Straße.  Weltweit wird die Zahl der Straßenkinder auf 100 bis 200 Millionen geschätzt.

Manche von ihnen sind nur tagsüber auf der Straße, wohnen aber bei ihren Familien. Andere Kinder haben keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern. Sie sind obdachlos und leben immer auf der Straße, Tag und Nacht.

Straßenkinder leben gefährlich

LupeIn Äthiopien leben 100.000 Kinder auf der Straße.

Manchen Kindern erscheint das Leben auf der Straße zunächst als Möglichkeit, den Anforderungen und Konflikten zu Hause auszuweichen. Auf der Straße fühlen sie sich frei. Meistens merken sie allerdings schnell, dass sie diese Freiheit teuer erkaufen müssen. Konflikte, Gewalt, Missbrauch - alles, dem sie entfliehen wollten, gibt es in hohem Maße auch auf der Straße.

Das Leben eines Straßenkindes ist gefährlich: Viele schlagen sich mit illegalen Tätigkeiten wie Stehlen, Drogenhandel und Prostitution durch. Ein weiteres Problem ist die Gewalt, besonders in Lateinamerika. Aber auch sonst sind die gesundheitlichen Risiken hoch: Das ständige Einatmen von Autoabgasen und das Übernachten im Freien führt oft zu Erkrankungen der Atemwege. Auch die mangelnden Möglichkeiten, sich sauber zu halten und auf die Toilette zu gehen, begünstigen Krankheiten. Unter Jungen und Mädchen, die ihren Lebensunterhalt mit Prostitution verdienen, sind Geschlechtskrankheiten und HIV-Infektionen weit verbreitet. Auch Verkehrsunfälle sind keine Seltenheit.

Viele Straßenkinder versuchen, ihr Leid mit Drogen zu betäuben. Sie schnüffeln Klebstoff oder Benzin, trinken Alkohol oder rauchen Marihuana. Die wenigsten Straßenkinder können lesen und schreiben.

Hilfe für Straßenkinder

Es muss verhindert werden, dass Kinder überhaupt auf der Straße landen. Ihre Familien brauchen deshalb Unterstützung, um die Armut zu verringern. Sie brauchen bessere Lebensbedingungen. Den Kindern müssen Schulbesuch und Ausbildung ermöglicht werden. Bei Schwierigkeiten in der Familie sollten Beratung und Hilfe zur Verfügung stehen.
Den Kindern, die auf der Straße leben, muss ein menschenwürdiges Leben ermöglicht werden. Sie brauchen Anlaufstationen, die ihnen einen Schlafplatz, etwas zu essen, eine Waschgelegenheit, medizinische Versorgung und Schutz vor Gewalt bieten. Die Kinder brauchen eine Chance, etwas zu lernen, eine Ausbildung zu machen und nach Hause zurückzukehren. 

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Unicef Mediaplayer

buchtipps

Sabrina Tophofen/Veronika Vattrodt: So lange bin ich vogelfrei: Mein Leben als Straßenkind (2010)
Mehr Infos hier

Jorge Amado: Herren des Strandes (2002)
Die Strassenkinder von Bahia führen in Banden organisiert einen Überlebenskampf. Amado berichtet vom Leben und den Sitten der Starßenkinder im nordöstlichen Brasilien.

Maria Armanda Capelao: Vavá, der Poet (2003)
Eine Straßenkindergeschichte, illustriert mit Fotos der nachgespielten Erzählung. Die Darsteller sind Kinder aus einer Favela in Brasilien.