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Panoramabild "Mädchen"
Mädchen werden zwangsverheiratet
In vielen Ländern werden Mädchen auch heute noch ohne ihr Einverständnis verheiratet. Sie werden nicht gefragt, ob sie den Mann mögen oder ob sie überhaupt heiraten wollen. In vielen Entwicklungsländern, vor allem in Südasien, werden Mädchen bereits sehr früh verheiratet, oft mit Männern, die ihre Väter sein könnten. In Lateinamerika beträgt das Mindestalter für eine Heirat mit Zustimmung der Eltern 12 Jahre. In Bangladesch liegt das durchschnittliche Heiratsalter bei 14 Jahren, in Nepal und Mali bei 16 Jahren. In Indien gibt es immer noch die Kinderheirat, obgleich sie gesetzlich verboten ist. Manche Kinder werden schon im Alter von 6 Jahren oder noch früher verheiratet. Sie leben dann noch solange bei ihren Eltern, bis sie das "offizielle" Heiratsalter erreicht haben.
Die Mädchen werden folglich früh und häufig schwanger. Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt oder bei einer Abtreibung sind weltweit die Haupttodesursache bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren. Je jünger ein Mädchen ist, desto größer ist das gesundheitliche Risiko.
Zwangsheiraten für Mädchen gibt es übrigens nicht nur im fernen Ausland. Mitten in Deutschland werden immer noch Mädchen aus anderen Kulturen, z.B. türkische Mädchen, einfach von der Schule abgemeldet und gegen ihren Willen verheiratet. Für diese Mitschülerinnen gibt es Hilfe. Beratungsstellen und Zufluchtsmöglichkeiten können z. B. bei der Vertrauenslehrerin der Schule, beim Kinderschutzbund oder beim Jugendamt erfragt werden.
Mädchen arbeiten mehr und verdienen weniger
Weltweit arbeiten Mädchen mehr als Jungen. Auch wenn sie zur Schule gehen dürfen, müssen bereits kleine Mädchen die Hausarbeit machen, die Geschwister betreuen und auf dem Feld arbeiten, während die Eltern außer Haus arbeiten. Viele Mädchen müssen schon mit sieben oder acht Jahren in fremden Haushalten arbeiten. Auch die Jungen müssen arbeiten. Aber die Arbeitsbelastung für Mädchen ist größer. In Nepal arbeiten Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren im Schnitt über sechs Stunden täglich, die Jungen dagegen nur drei Stunden.
Mädchen erhalten weniger Lohn als Jungen, ebenso wie sie später als Frauen weniger Lohn bekommen als Männer. Das ist selbst in Deutschland oft so. Dabei leisten Frauen mehr als die Hälfte aller Arbeitsstunden. Durchschnittlich arbeiten Frauen 13 Stunden mehr pro Woche als Männer, vor allem in Afrika und Asien. Aber auch in Europa und USA arbeiten Frauen täglich eine Stunde länger als Männer.
Gleiches Recht für alle?
In vielen Ländern gibt es Vorschriften, die Mädchen und junge Frauen bevormunden und benachteiligen. Jungen und Männer erwarten z.B., dass Mädchen und Frauen in ihrer Gegenwart schweigen. In vielen Ländern Afrikas essen die Männer zuerst. Mädchen und Frauen bekommen, was übrig bleibt. Mancherorts dürfen Mädchen sich in der Öffentlichkeit nicht mit Fremden, sondern nur mit Männern ihrer Familie sehen lassen.
Selbst der kleine Bruder zählt da bereits als Mann. Mädchen und Frauen dürfen sich nur von Ärztinnen behandeln lassen. Aber es gibt nicht überall Ärztinnen. Für Mädchen gibt es Bekleidungsvorschriften, die sie in ihrer Beweglichkeit einschränken. Mädchen müssen ihr Haar und manchmal den ganzen Körper unter einem Umhang (z.B. in Afghanistan unter der "Burka") verhüllen.
Weltweit werden Mädchen und Frauen bis heute durch Gesetze benachteiligt - und nicht nur in den armen Ländern. In Kuwait haben sie zum Beispiel kein Wahlrecht und nicht in allen Ländern haben sie ein Erbrecht. Der Familienbesitz geht nur auf die Söhne über. Die Kinder bleiben in der Familie des Mannes. Männer dürfen Frauen schlagen, ohne bestraft zu werden. Vergewaltigungen werden Frauen selten geglaubt. Oft wird nicht der Täter, sondern das Opfer schuldig gesprochen. Frauen, die unverheiratet Kinder bekommen, werden bestraft, nicht aber die Väter der Kinder. Selbst wenn die Frauen vergewaltigt worden sind.
Manche Benachteiligungen von Mädchen und Frauen sind schwer zu erkennen. Damit Mädchen und Frauen Geld verdienen können, brauchen sie zuerst einmal Geld. Sie müssen z.B. Arbeitskleidung wie Kittel und Gummihandschuhe kaufen, oder Saatgut für eine kleine Landwirtschaft oder eine Nähmaschine zum Schneidern. Das erforderliche "Grundkapital" verleihen Banken als Kredit. Einen Kredit zu erhalten ist für Frauen schwieriger als für Männer. Denn Bankkredite bekommt nur, wer schon Geld oder andere "Sicherheiten" wie ein Haus oder Grundbesitz hat. Und das haben arme Frauen im Allgemeinen ja gerade nicht. Um Mädchen und Frauen ein gleichberechtigtes Leben zu ermöglichen, müssen nicht nur die offensichtlichen, sondern auch die versteckten Benachteiligungen aufgedeckt und verändert werden.
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UNICEF Information
Sonderheft "Kinder vor Gewalt schützen" (pdf / 9,53 MB)
Starke Frauen - starke Kinder (pdf / 257 KB)Zusammenfassung des UNICEF-Jahresberichts
Zahlen und Fakten (pdf / 336 KB)zum Thema Menschenrechtsverletzungen an Frauen und Mädchen
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