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Panorama-Bild Armut
Armut in Deutschland
Bei Kindern in reichen Ländern wie Deutschland ist Armut meist keine Überlebensfrage. Aber auch hier steigt die Zahl armer Kinder an. Allein in Deutschland leben 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche auf Sozialhilfeniveau. Die Armutsgrenze liegt bei 60% des durchschnittlichen Familien-Einkommens, das sind in Westdeutschland etwa 730,- Euro pro Monat. Wer damit auskommen muss, gilt als relativ arm.
Arme Kinder haben deutlich weniger Möglichkeiten, am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen als ihre Altersgenossen. Ob Schwimmen gehen, Kino und Theater, Zoobesuche oder Sportverein: all diese Aktivitäten sind für sie unerschwinglich. Fernsehen ist so für arme Kinder oft die Freizeitbeschäftigung Nr. 1. Oft ernähren sie sich mangelhaft und sind bei schlechter Gesundheit. Benachteiligte Kinder bleiben immer häufiger in isolierten Wohnvierteln unter sich, ohne gute Schulen, Ausbildungsmöglichkeiten und ausreichende soziale Unterstützung. Immer mehr Kinder verlassen die Schule ohne einen Abschluss. Insbesondere ausländische Kinder und Jugendliche sind davon betroffen.
17 Jungen und Mädchen aus dem Ruhrgebiet haben einminütige Filme gedreht, um zu zeigen, was sie unter Armut verstehen und wie sie sich auswirkt.
zu den Filmen auf der UNICEF-Homepage
Was tun gegen Armut?

- LupeEin Mädchen erklärt ihren Mitschülern eine Aufgabe in einer völlig überfüllten Klasse in Malawi
Im September 2002 haben alle Staatschefs der Welt vereinbart, gegen die Armut in der Welt vorzugehen. Die Erklärung „Eine kindergerechte Welt“ hat klare und zeitlich fest gelegte Ziele. So soll zum Beispiel der Anteil der absolut Armen, die von weniger als einem US-Dollar am Tag überleben müssen, bis zum Jahr 2015 weltweit halbiert werden. Auch die deutsche Regierung hat sich verpflichtet, die Armut zu bekämpfen (Aktionsprogramm zur Armutsbekämpfung 2001).
Armut ist nicht nur ein persönliches Schicksal, sondern auch die Folge von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fehlentwicklungen. Daher genügt es z.B. nicht, armen Menschen etwas zu essen oder Geld zu geben, damit sie sich etwas zu essen kaufen können. Sie brauchen Land oder eine Arbeit, damit sie in Zukunft ihr Leben aus eigener Kraft bewältigen können. Manchmal hilft schon ein kleiner Kredit, damit die Familie Hühner kaufen und Eier verkaufen kann. Damit weniger Kinder sterben, brauchen sie sauberes Wasser, gesunde Ernährung und medizinische Versorgung. Alle Kinder müssen lesen, schreiben und rechnen lernen. Mädchen und Frauen brauchen besondere Hilfe. Vor allem brauchen sie ein eigenes Einkommen, damit sie den Schulbesuch der Kinder, Essen und Schulmaterial sowie eine vernünftige Ernährung und Gesundheitsversorgung für die gesamte Familie finanzieren können. Die armen Menschen müssen in ihren Staaten mitbestimmen dürfen, damit sie sich gegen soziale Ungerechtigkeit zur Wehr setzen können. Der Welthandel muss fairer werden, die Waren müssen zu angemessenen Preisen eingekauft und verkauft werden.
Kinder bei der Armutsbekämpfung in den Mittelpunkt stellen
Bei der Bekämpfung von Armut sind Kinder bisher zu wenig beachtet worden. Sie sollten selbst sagen können, worunter sie am meisten leiden und was man an ihrer Situation verbessern kann.
Wer kann helfen?
- Die armen Menschen selbst
Durch gezielte Hilfe zur Selbsthilfe können die Menschen selbst ihre Situation In die Hand nehmen. Wenn sie bereit sind, etwas Neues zu lernen und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen, sich verstärkt an politischen Entscheidungsprozessen beteiligen und sich z.B. zu Projektgemeinschaften und Interessenverbänden zusammenschließen können sie ihr Leben gemeinsam verändern.
- Die Regierungen der Länder
Es ist die Aufgabe des Staates, sich um die Kinder in ihrem Land zu kümmern! Die Regierungen sind für die Bekämpfung der Armut in ihren Ländern verantwortlich. In Zusammenarbeit mit Organisationen und Fachkräften müssen sie dafür sorgen, dass die Gesundheit und Entwicklung der Kinder an erster Stelle stehen. Wenn viele Regierungen nur auf einen kleinen Anteil ihrer Ausgaben für Waffen verzichten würden, hätten sie mehr Geld, das sie für Kinder ausgeben könnten.
- Die Industrieländer
Die reichen Länder sollten den armen Ländern die Schulden erlassen. Indem sie die eigenen Militärausgaben senken, könnten sie den Anteil an Entwicklungshilfe erhöhen. Die internationalen Wirtschaftsbeziehungen lassen sich verbessern, indem Handelsschranken z.B. für Kakao, Zucker, Früchte abgebaut werden. So können die armen Länder höhere Einnahmen erzielen.
- Nichtregierungs-Organisationen
Nicht-Regierungsorganisationen wie z.B. UNICEF helfen armen Ländern. Sie sind unabhängig von der Politik der Regierungen, können vermitteln und etwas bewirken, wenn die Regierungen dazu nicht in der Lage sind. Jeder Einzelne kann etwas tun, um die Arbeit dieser Organisationen zu unterstützen.
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