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Straßenkinder in Bangladesch: Milon zeigt, wo er früher immer geschlafen hat. Foto: Silke Fock-Kutsch

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Straßenkinder: Milon aus Bangladesch

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Als das Schiff plötzlich ablegte, war es für Milon schon zu spät. Der Junge, der mit sieben Jahren vor seinem gewalttätigen Stiefvater weggelaufen war und sich seitdem als Hafenarbeiter durchschlug, sollte es eigentlich nur beladen. Doch die Crew nahm ihn versehentlich mit. So strandete er Tage später in Dhaka, Bangladeschs lärmender, dicht bevölkerter Hauptstadt. Mutterseelenallein musste er sich nun in einer fremden Stadt zurechtfinden und überleben.

Verlässliche Hilfe für Kinder wie Milon

Das Betteln auf der Straße bestimmte nun sein Leben, sein knurrender Magen den Tag, ein harter Steinboden in einer Unterführung seine Nächte. Die Gesetze der Straße hinterließen bei dem Jungen Spuren. Er konnte oft nur schlecht schlafen, erzählt Milon heute rückblickend. „Ich träumte manchmal von Menschen, die mich schlagen“, sagt er – und tippt nervös seine Fingerkuppen aufeinander. Über seinen Freund Abdullah entdeckte er schließlich das Zentrum für Straßenkinder.

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UNICEF unterstützt diese und weitere Anlaufstellen in Bangladesch mit Spendengeldern. Für Milon ist das Zentrum nun viel mehr als ein Schlafplatz. Er geht zur Schule und ist Teil der Gemeinschaft. Alle Kinder halten sich an feste Abläufe. Sie können essen, sich waschen und geborgen fühlen.

So stehen Milons Chancen gut, dass er einmal einen Job und ein festes Einkommen hat. Und dass es seinen Kindern später besser gehen wird.

Der neunjährige Milon aus Bangladesch hat im Kinderzentrum in der Humayun Straße eine feste Anlaufstelle – und neue Freunde noch dazu.

© Silke Fock-Kutsch

In der lärmenden Hauptstadt Dhaka strandete Milon einst mutterseelenallein. Mit Müllsammeln und Betteln hielt er sich über Wasser - so wie rund fünf Millionen arbeitende Kinder im ganzen Land.

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Milon zeigt, wo er sich zum Schlafen zusammenrollte – in einer Unterführung auf dem Bordstein.

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Im Zentrum für Straßenkinder können Milon und seine Freunde sich ausruhen und geborgen fühlen. Hier können sie sicher schlafen.

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Im Zentrum für Straßenkinder gibt es auch für jedes Kind ein Schließfach: Dort kann Milon seinen wenigen Besitz unterbringen.

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In den Zentren, die UNICEF fördert, werden Hunderte Kinder wie Milon betreut. Und alle helfen mit – zum Beispiel beim Kochen. Auch fürs Spielen bleibt genug Zeit.

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UNICEF unterstützt 500 Lernzentren für Kinder, die arbeiten müssen. In einem davon kann Milon nun lesen und schreiben lernen - für eine gute Zukunft.

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Der Unterricht findet vormittags oder nachmittags statt, damit möglichst viele Kinder erreicht werden – denn eine gute Grundbildung ist die Voraussetzung für ein besseres Leben.

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bangladesch

 

Einwohner: ca. 161 Millionen  (geschätzt 2012; Vergleich Deutschland: ca. 82 Millionen)

Größe:  147.570 km² (Vergleich Deutschland: 357.111 km²)

Landessprache: Bengalisch

Hauptstadt: Dhaka

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