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Panorama-Bild AIDS

UNICEF-Thema Aids | Agira ist eine Aids-Waise. Ihre Eltern sind an Aids gestorben. In der Hand hält sie das Hochzeitsfoto ihrer Eltern. | Foto: UNICEF/Giacomo Pirozzi Mozambique

Jeden Tag infizieren sich weltweit Kinder neu mit dem HI-Virus, die meisten bereits während oder direkt nach der Geburt. Weltweit leben rund zwei Millionen Kinder mit dem Virus. Mehr als 18 Millionen Kinder hat die Epidemie schon zu Waisen gemacht – das sind mehr Kinder, als in ganz Deutschland leben. Besonders für Kinder in Entwicklungsländern ist Aids eine Katastrophe. Medikamente, Betreuung, Schulbildung und Schutz gibt es nur für die wenigsten. Einen Impfstoff gibt es nicht. Aufklärung und Prävention sind deshalb gerade in ärmeren Ländern der einzige Schutz.

HIV und Aids – was ist das eigentlich?

LupeWeil die Eltern gestorben sind, versorgt Großmutter Maritas aus Malawi ihre neun Enkel.

Das Wort Aids steht für die englische Bezeichnung „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ (Erworbener Immundefekt). Die Immunschwäche vermindert die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern. Als Hauptursache für Aids gilt die Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Die Krankheit ist noch nicht heilbar.

Wer sich mit dem HI-Virus infiziert hat, ist noch nicht sofort Aids-krank. Manchmal dauert es sehr lange, bis eine Krankheit auftritt. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, zum Beispiel Pilzerkrankungen oder Tuberkulose. Zwischen Krankheitsphasen kann es auch immer wieder Zeiten ohne körperliche Beschwerden geben. Von Aids spricht man erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Das Allgemeinbefinden verschlechtert sich, zum Beispiel durch erheblichen Gewichtsverlust, Durchfälle und Fieber. Die Kranken sterben schließlich, weil das Immunsystem zu schwach geworden ist.

Das HI-Virus wird durch Kontakt mit Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit oder Muttermilch übertragen - nicht aber durch normale Alltagskontakte wie Umarmen, Anhusten, aus einem Glas trinken oder Ähnliches.

Das HI-Virus wurde 1983 entdeckt. Es macht keinen Unterschied zwischen Mann und Frau und jung und alt. Alle Menschen und sogar Kinder können erkranken und an Aids sterben. Seit dem Bekanntwerden der Krankheit sind mehr als 25 Millionen Menschen daran gestorben. Genau so viele Menschen leben zum Beispiel in ganz Skandinavien!

Kinder und Aids

LupeJunge AIDS-Waisen in Thailand werden von UNICEF betreut.
Aids macht vor Kindern nicht Halt:
  • Kinder können selbst infiziert sein - durch die Geburt, das Stillen, durch  sexuellen Missbrauch oder Blutübertragungen mit infizierten Blutkonserven. Täglich infizieren sich Tausende junge Menschen unter 24 Jahren. Die infizierten Kinder werden aus Angst oft ausgegrenzt.
  • Kinder mit infizierten Eltern oder kranken Verwandten und Freunden sind oft ganz auf sich allein gestellt.
  • Viele Kinder müssen kranke Mitglieder ihrer Familie versorgen. Sie haben dann keine Zeit und kein Geld, zur Schule zu gehen. Viele geben aus Angst vor Ausgrenzung auch nicht zu, dass sie kranke Angehörige haben.
  • Kinder und Jugendliche wissen oft nicht, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können.
  • Mehr als 18 Millionen Mädchen und Jungen weltweit haben bereits Mutter und/oder Vater durch die tödliche Krankheit verloren. Am meisten betroffen sind Kinder im südlichen Afrika, aber auch in Osteuropa und im angrenzenden Asien.

Wie ist die Ausbreitung der Epidemie weltweit?

Aids betrifft arme und reiche Länder. Während es in den meisten Industrieländern durch massive Aufklärung gelungen ist, die Ausbreitung von Aids zu stoppen, hat sich Aids in Afrika zur größten sozialen Katastrophe entwickelt. Mehr als 60 Prozent der HIV-Infizierten leben in den Ländern südlich der Sahara. Auch in Asien und den ehemaligen Sowjetrepubliken fordert die Krankheit immer mehr Opfer. Betroffen ist vor allem die junge Generation: Ein Drittel der HIV-Infizierten ist 15 bis 24 Jahre alt.

Auch in Deutschland sind HIV und Aids immer noch eine Gefahr. Viele Menschen gehen zu sorglos damit um und schützen sich nicht ausreichend vor einer Ansteckung. Die Anti-Baby-Pille verhütet Schwangerschaften, schützt aber nicht vor Aids. Wer nicht sicher sein kann, dass Partnerin oder Partner gesund sind – und das kann man niemandem ansehen – sollte auf jeden Fall ein Kondom benutzen.
 

extras

deine rechte

Kinder benötigen besonderen Schutz und haben deshalb auch besondere Rechte. Alles über die "Konvention über die Rechte des Kindes" und viele Informationen zu dem Thema findest Du auf den younicef-Kinderrechte-Seiten.

buchtipps

Thomas Kastura: Warten aufs Leben (2006)
Tara verbringt eine Nacht mit Claas und erfährt dann, dass Claas HIV-positiv ist. Der Leser begleitet Tara durch monatelange Ungewissheit und die Auseinandersetzung mit der Krankheit.

Lutz van Dijk: Themba (2004)
Thembas Leidenschaft ist der Fußball, doch er macht sich Sorgen um seine Mutter, die HIV-positiv ist. Und was ist mit ihm? Am Tag, als er in seinem ersten Länderspiel für Südafrika das entscheidende Tor schiesst, erhält er die Ergebnisse seines Aids-Tests... Das Buch wurde verfilmt: Der Film ist seit August 2010 in Deutschland in den Kinos. Mehr Infos

Kinder und AIDS (2008)
13 Autoren liefern eine umfassende Bestandsaufnahme zur Situtation von HIV und AIDS betroffenen Kindern.

Jenna Bush: Anas Geschichte (2008)
"Wir sterben nicht an AIDS, wir leben damit" - Ana ist 17, sie wurde missbraucht, hat eine Tochter und ist HIV positiv.  Ihr Schicksal bewegt.

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links zum thema

UNICEF ist Mitglied des Aktionsbündnis gegen AIDS www.aids-kampagne.de

Aktuelle Kampagne des Aktionsbündnis www.in9monaten.de

Materialien gibt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
BzgA
51101 Köln
Fax: 0221/8992-257www.bzga-avmedien.de

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