kinderschutz im internet

Zugangssperren sind ein wichtiger Schritt

31.03.2009 - Als erstes europäisches Land hat Deutschland dem Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern im November in Rio de Janeiro jetzt Taten folgen lassen. Auf einer zweitägigen „Nationalen Konferenz zum Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ vereinbarten die Politiker in Berlin Ende März Eckpunkte für eine gesetzliche Regelung von Zugangsperren für kinderpornographische Seiten im Internet. Die Kinderschutzorganisationen UNICEF, ECPAT und Save the Children begrüßten diesen ersten wichtigen Schritt, forderten aber weitere Maßnahmen. Neben der Sperrung von kinderpornographischen Internetseiten sei aber auch eine umfassende Aufklärung für Kinder und Eltern über die Gefahren im Netz sowie eine wirksamere Strafverfolgung wichtig.  

Seit Jahren verzeichnet die Kriminalstatistik einen Anstieg bei Besitz und Verbreitung von Kinderpornographie. Noch nie wurden so viele Jugendliche so unmittelbar und häufig mit schlimmen Abbildungen und Darstellungen sexueller Gewalt konfrontiert wie in den Zeiten von Internet und Handy. Hinter jedem dieser Bilder steht ein Kind, das missbraucht wurde und Hilfe benötigt. Staaten, Organisationen, Medien und Internetfirmen sollen international enger zusammenarbeiten und sich nicht länger hinter dem Schutz der Informationsfreiheit  verstecken. Auch der Kampf gegen Kinderhandel und die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im Tourismus muss verstärkt werden. Zwar hat sich die Rechtslage in den letzten Jahren verbessert, die Täter kommen aber immer noch viel zu häufig davon. Nur wenige Fälle kommen zur Anzeige und nur ein Bruchteil endet mit einer Verurteilung.

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen


Auf der Berliner Konferenz, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wurde, forderten die Teilnehmer Bund und Länder auf, bestehende Projekte, Hilfs- und Betreuungsangebote finanziell abzusichern und neue Vorhaben zu unterstützen. Erstmals wurden auch Kinder und Jugendliche in die Maßnahmenplanungen der Bundesregierung miteinbezogen. Diese Beteiligung soll auch bei künftigen Projekten fortgesetzt werden. Die Ergebnisse sollen jetzt in den neuen Nationalen Aktionplan der Bundesregierung einfließen.